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Ein Blick zurück – und voraus

Januar 6, 2020

Schon wieder neigt sich ein Jahr zum Ende. Mir kommt es vor, als sei es gestern gewesen, als Erzengel Claudia mit der Lyra mir ein Liedchen geträllert hat. Aber es liegt schon elfeinhalb Monate zurück. Wie schnell die Zeit vergeht.

Damals wurde mir schnell bewusst, dass Claudia nur eine Vision war. Und heute überlege ich, ob das gesamte Jahr ein Jahr voller Visionen war oder ob das wirklich alles passiert ist?

Geprägt war das Jahr von großer Hysterie rund um das Klima. Es wandelt sich. Und die Experten sind sich einig: Der Mensch ist schuld. Deshalb hält man uns das ganze Jahr vor, dass wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern müssen. „Mach das Licht hinter dir aus!“ „Verbanne die Plastiktüte!“ „Fahre elektrisch!“ „Hör auf zu atmen!“

Okay, die letzte Forderung ist natürlich übertrieben, aber atmen produziert CO2. Das können wir nicht verleugnen. Somit sind Haustier-Besitzer per se Klimakiller. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gipfelte es in der Forderung, wir sollten – für das Klima – auf das Kinderkriegen verzichten. Kinder haben in etwa die Öko-Bilanz eines SUV!

Dabei sind Kinder unsere Zukunft, oder? Fridays for future: Kinder schwänzen freitags die Schule für eine sauberere Zukunft. Sie fordern uns auf, es besser zu machen, denn sie werden es nicht können. Das dazu nötige Schulwissen war immer freitags dran.

Greta, die Initiatorin der Bewegung ist um die halbe Welt gesegelt, um uns zu fragen: „How dare you?“ Wie konnten wir es wagen? Wie konnten wir nur eine Welt erschaffen, in der ihr genau das möglich ist? Zu Zeiten Magellans oder Kolumbus‘ hätte sie als Mädchen nicht mal die Chance gehabt, Schiffsjunge zu werden. Wäre heute kein Problem, aber anderes Thema!

Während ich diese Zeilen schreibe (am 3. Advent) ist sie auf dem Weg nach Hause – mit der Deutschen Bahn. Heilig Abend wird sie vermutlich in der Bahnhofsmission Bielefeld feiern.

Aber genug davon. Es gab noch andere tolle Dinge in diesem Jahr.

70 Jahre Grundgesetz haben wir gefeiert – und endlich den Endsieg über Europa. In einer beispiellosen Schangel-Aktion gelang es Mutti aus der Uckermark, Flinten-Uschi zu Miss Europa mutieren zu lassen: Präsidentin der EU-Kommission! Im Nachklapp ernennt sie Landtagsputze Gretel zur Verteidigungsministerin.

Während Mutti weiter in politischer Agonie zittert, Uschi ihre neue Kommission für verdiente Freunde aufpustet und Gretel recht zweifelhafte Ansichten über Demokratie und Meinungsfreiheit absondert, versenkt unser be-Scheuer-ter Verkehrsminister 700 Millionen Euro Steuergelder in ein Maut-System, dass von vorn herein zum Scheitern verurteilt war.

Das alles ficht uns jedoch nicht an. Wir machen uns lieber Gedanken über die Zukunft Englands und ob Donald Trump tatsächlich das Zeug für einen Politiker hat. Wenn ich das nicht jeden Tag lesen würde, auch nachdem ich mir gerade den kleinen Zeh am Türrahmen gebrochen habe, ich hielte es wieder für Visionen.

Das Jahr 2019 war irgendwie komisch beziehungsweise schräg. Wie wird da erst 2020 werden? Besser! Schlimmer kann es ja eigentlich nicht kommen, oder?

Es wird Wachstum geben – bei den Sondermüll-Deponien. Kassenbons aus dem Thermodrucker sind kein Altpapier. Ein Umstand, den man der Groko vielleicht hätte erklären sollen, bevor sie diese dämliche Pflicht einführten. Aber dafür gibt es weniger Plastikmüll, weil Tüten, Strohhalme und andere Kleinteile inzwischen verboten sind. Für alles gibt es also einen Ausgleich.

Großbritannien wird endlich die EU verlassen können. Dafür spaltet sich Schottland von Großbritannien ab und tritt der EU bei. Erstmal als Netto-Empfänger, bis sich herumgesprochen hat, dass man mit schottischem Whisky alles besser ertragen kann und der Laden endlich brummt.

Die Mindestrente ist beschlossen und wird dann hoffentlich 2020 auch eingeführt – für alle, auch für die, die eigentlich mehr kriegen sollten.

Trotzdem blicke ich positiv in die Zukunft. Ich habe zwei Urlaubsreisen für 2020 geplant. Und solange ich nicht pro Flug 20 ha Wald anpflanzen muss, wird es schon nicht so schlimm werden. Außerdem kenne ich viele nette Menschen, mit denen ich gerne zusammen bin. Sie hoffentlich auch? Vielleicht höre ich auf, Nachrichten zu schauen und Zeitungen zu lesen. Ich kenne Menschen, die dadurch viel gelassener sind.

Nur eines bereitet mir Kopfschmerzen: Ich habe letztens geträumt, dass Modern Talking sich wieder zusammenfindet und mit Helene Fischer eine neue Version von „Last Christmas“ einstimmt. Ab November überall im Radio. So schlimm wird es hoffentlich nicht kommen!

Omas Topflappen mit Pommes

August 4, 2017

Es ist allgemein bekannt, dass die EU-Kommission unermüdlich auf der Suche nach Möglichkeiten ist, unser aller Leben zu verbessern, bequemer zu machen und vor allem gesünder zu gestalten.

So bescherte sie uns schon vor einigen Jahren mit einem umweltfreundlichen Licht, das keine Energie in Wärme verschwendet. Gut, dass Quecksilber in den neuen Lampen ist hochgradig giftig, aber Sie sollen die ja auch nicht essen.

In diesem Jahr greift dann auch endlich die Verbrauchsobergrenze für Staubsauger. Ihre Wohnung wird mit den neuen Geräten zwar nicht sauber, aber immerhin fühlt sich Ihr Nachbar durch Ihre Hausarbeit nicht mehr so belästigt, was das Verhältnis zu ihm wesentlich entlasten dürfte.

Fast unbemerkt blieb der letzte Eingriff in die europäischen Haushalte: die Verbannung von Omas Topflappen.

Wer hat sie nicht, diese schön gehäkelten Stoffquadrate, mit denen uns Oma jahrein jahraus eine Freude machte?

Aber damit ist jetzt Schluss! Der Topflappen unterliegt nunmehr einer EU-Norm. Größe, Form und Hitzebeständigkeit sind genauestens vorgegeben, damit man sich nicht mehr die Flossen verbrennt, wenn man die Pizza aus dem Ofen holt.

Pech für Oma, muss sie sich halt ein anderes Hobby suchen.

Und es geht weiter. Vor wenigen Wochen veröffentlichte die EU-Kommission ein 21-seitiges Papier, das sich mit der korrekten Zubereitung von Pommes Frites beschäftigt. Sie schreiben die Kartoffelsorten vor, bei welcher Temperatur Tiefkühl- oder frische Pommes gebacken werden sollen. Und natürlich auch, wie lange die Kartoffelstäbchen im heißen Fett bleiben dürfen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Menschen, für die Kartoffeln schälen und würfeln ein und der selbe Arbeitsgang ist, befinden darüber, wie gesunde Pommes zubereitet werden müssen.

Und warum? Weil der EU-Kommission unsere Gesundheit am Herzen liegt. Pommes, vor allem wenn sie zu knusprig sind, können Krebs verursachen. Also nicht die Pommes selbst, sondern das Acrylamid, welches beim Backen im heißen Fett entsteht.

Es ist zwar nachweislich noch kein Mensch durch Acrylamide an Krebs erkrankt, aber bei Laborratten hat es funktioniert. Denen hat man jeden Tag ihr eigenes Körpergewicht an Kartoffel-Chips zu fressen gegeben. Und siehe: Bei einigen Tieren bildete sich ein Karzinom.

Ich erwähnte es schon an anderer Stelle: Wenn Sie täglich ihr eigenes Körpergewicht an Pommes oder Chips zu sich nehmen, dann haben Sie ein gesundheitliches Problem. Das wird Ihnen auch Ihr Hausarzt bestätigen. Aber wenn es Sie beruhigt: Krebs wird es vermutlich nicht sein!

Was soll also diese neue Vorschrift? Wie schon erwähnt soll auch sie unsere Lebensqualität steigern. Gut, labberige Pommes sind nicht gerade ein Genuss, werden Sie sagen. Aber da denken Sie einfach zu kurz.

Die Steigerung der Lebensqualität erfolgt erst im nächsten Schritt. Der Imbiss, der zukünftig Pommes nach EU-Norm anbietet, wird sie leider nicht verkaufen, denn labberige Pommes sind nicht nur kein Genuss sonder einfach ekelig.

Infolgedessen bleiben die Kunden weg. Wer will schon weiche Pommes essen, wenn er nicht Engländer ist? Der Imbiss geht pleite und muss schließen.

Jetzt ist die Steigerung der Lebensqualität erreicht – für die Nachbarn, die bis dato ständig den Geruch von verbranntem Fett in den Gardinen hatten. Endlich wieder das Fenster öffnen und frei durchatmen zu können, ist doch einfach toll. Auch der Ehemann der Pommesbuden-Angestellten wird sich freuen, dass seine Frau nicht mehr nach Currywurst und Schaschlik riecht.

Na gut, werden Sie denken, wenn es dann den Imbiss nicht mehr gibt, mach ich mir die Pommes halt im Backofen.

Doch auch da steckt der Teufel im Detail.

Stellen Sie sich vor, sie haben Besuch. Die Pommes brutzeln im Ofen. Sie sind gerade dabei, den Tisch zu decken, haben alle Hände voll, und plötzlich steigt Ihnen der Geruch von Verbranntem in die Nase. Natürlich wollen Sie jetzt nicht das gute Geschirr aus den Händen gleiten lassen und bitten Ihren Besuch, schnell die Pommes aus dem Ofen zu ziehen. Der greift zu Omas Topflappen, den Sie als gesetzestreuer Bürger natürlich nur noch zu Deko-Zwecken in der Küche hängen haben, und verbrennt sich am heißen Backblech die Flossen.

Gott sei Dank haben Sie eine gute Haftpflicht.

Wie bitte? Haben Sie nicht? Keine Sorge, ich denke die EU-Kommission wird uns auch irgendwann vorschreiben, welche Versicherungen wir abzuschließen haben.

Neulich in Brüssel

Mai 5, 2014

Herr Dr. Schönfärber, Sie sind Abgeordneter der Grünen im Europaparlament und somit auch verantwortlich für …“

Also da muss ich Sie doch gleich mal unterbrechen, Herr Schulze. Nur weil ich Abgeordneter bin, können Sie mich hier nicht für irgendetwas verantwortlich machen. Da weise ich jede Schuld von mir.“

Äh, ja. Vielleicht könnten Sie mich ausreden lassen?“

Bitte sehr!“

Danke. Sie haben also mit über die neue EU-Verordnung entschieden, die ab dem 01. 01. 2015 Kaffeemaschinen derart regelt, dass sie sich fünf Minuten nach dem Brühvorgang abschalten müssen, also den Kaffee nicht mehr warm halten dürfen.“

Wenn Sie damit meinen, dass ich für diese Verordnung gestimmt habe, dann haben Sie recht.“

Befürchten Sie nicht, dass Sie sich mit einer solchen Verordnung, den Unmut der Wähler zuziehen?“

Ach, wissen Sie, mit meinem Listenplatz bei den Wahlen, habe ich eigentlich nichts zu befürchten.“

Aber man wirft der EU schon eine Reglementierungswut vor. Wenn man sich allein überlegt, dass die 10 Gebote nur 279 Worte umfassen, die EU-Verordnung zum Import von Karamellbonbons aber schon knapp 26.000 Worte.“

Also von Wut kann da keine Rede sein. Und auch der Umfang solcher Verordnungen lässt sich kaum vermeiden. Schließlich muss man ja erst einmal definieren, was ein Karamellbonbon ist, bevor man …“

Sie meinen wie bei den Gurken und Bananen?“

Genau. Das alles dient letztendlich dem Schutz der Verbraucher.“

Dem Verbraucherschutz …“

Richtig. Sehen Sie mal, wenn es die EU beispielsweise damals schon gegeben hätte, wäre die Vertreibung aus dem Paradies gar nicht passiert.“

Wie darf ich das verstehen?“

Nun ja, gerade weil wir die Gurke und die Banane für den EU-Bereich genau definiert haben, weiß der Verbraucher, dass er tatsächlich eine Banane oder Gurke angeboten bekommt. Und Adam hätte damals erkannt, dass der von Eva angebotene Apfel gar kein Apfel ist.“

Aber es war doch ein Apfel.“

Eben nicht. Denn laut EU-Richtlinie dürfen Äpfel keine psychoaktiven Substanzen enthalten.“

Äh … gut. Zurück zur Kaffeemaschine. Was ist der Sinn hinter dieser neuen Verordnung?“

Angesichts schwindender Ressourcen und des drohenden Klimawandels, sahen wir uns gezwungen, etwas dazu beizutragen, den Energieverbrauch flächendeckend zu senken.“

Bei einer Kaffeemaschine ist das doch eher der Tropfen auf den heißen Stein, finden Sie nicht?“

Also bei einer Kaffeemaschine würde ich Ihnen Recht geben, aber bedenken Sie, wieviele Millionen Kaffeemaschinen allein in Deutschland benutzt werden. Wenn Sie das dann auf Europa hochrechnen, haben wir mit der neuen Verordnung einen entscheidenden Teil zu einer sparsamen Energiepolitik beigetragen.“

Dann muss man diese Verordnung also im Zusammenhang mit der Staubsaugerverordnung und dem Verbot der Glühbirne sehen?“

Genau so. Letzten Endes tragen wir damit alle ein Stück zu einer sauberen Umwelt bei. Und wenn unsere Umwelt sauber ist, dann ist der Mensch gesund. Es hilft also jedem von uns.“

Wenn Sie von Gesundheit sprechen, muss ich in puncto Energiesparlampen noch einmal nachhaken. Die enthalten Quecksilber, was ja nun absolut gesundheitsschädlich ist.“

Da haben Sie natürlich Recht. Deshalb arbeiten wir auch derzeit an einer Verordnung, die ab dem 1. 1. 2018 sämtliche Leuchtmittel in Privathaushalten verbieten wird.“

Aber dann sitzt der Verbraucher im Dunkeln!“

Richtig. Und ist damit geschützt!“

Vor dem Quecksilber?“

Auch. Aber vor allem vor einer kompletten Überschuldung! Oder dachten Sie, Sie könnten sich den Strom noch leisten, wenn wir erstmal vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt haben?“