Archive for the 'Polizei' Category

Wenn der Bürger schlauer ist …

Mai 7, 2012

Es war ein Routine-Einsatz für einen normalen Spätdienst, so schien es zumindest. „Ich hab‘ ne Kaltverformung für euch“, sagte der Funksprecher des Lagezentrums. „Auf der Dorfstraße in Engelbostel. VW gegen Opel, keine Verletzten!“

Das einzig dumme an der Sache war, dass wir gerade am anderen Ende des Revierbereichs unterwegs waren. Aber das konnte der Funksprecher natürlich nicht wissen, denn so teure Technik, stellt uns das Land wegen knapper Kassen nicht zur Verfügung.

Trotzdem schafften wir es, in einer angemessenen Zeit am Unfallort anzukommen. Die beiden Fahrzeuge blockierten eine Fahrbahnseite, so dass mein Kollege und ich uns darauf einigten, dass er den Unfall aufnimmt, während ich die Verkehrsregelung übernahm. Inzwischen hatte sich auch schon einiges an Rückstau gebildet.

Kaum waren wir aus dem Streifenwagen ausgestiegen, kam uns auch schon ein älterer Herr entgegen und rief aufgebracht: „Wird auch Zeit, dass Sie endlich kommen! Ich steh hier schon seit ’ner geschlagenen Viertelstunde in der Einfahrt!“

Guten Tag!“, erwiderte mein Kollege freundlich. „Sind Sie an dem Verkehrsunfall beteiligt?“

Nein!“, rief der Alte. „Ich sagte doch, ich steh hier in meiner Einfahrt.“

Dann müssen Sie weg?“

Nein! Ich …“

Gut!“, sagte mein Kollege. „Aber sicherlich haben Sie sich schon ein bisschen um die Beteiligten gekümmert.“

Warum sollte ich? Denen geht’s doch gut!“, sagte der Alte.

Wie gut es „denen“ ging, war unschwer zu erkennen. Neben dem Trümmerhaufen, der einst ein Opel gewesen war, stand eine junge Frau mit blassem Gesicht und am ganzen Körper zitternd. Auch der Mann in dem VW wirkte ziemlich blass und ein wenig neben sich.

Ist doch bloß Blechschaden!“, rief der Alte.

Vorsorglich bestellte ich über das Handfunkgerät einen Rettungswagen. Dass die junge Dame unter Schock stand, war offensichtlich.

Währenddessen besah sich mein Kollege die verunfallten Fahrzeuge. Der Alte schlich immer um ihn herum. „Das müssen Sie noch alles fotografieren“, sagte er schließlich.

Hmm“, brummte mein Kollege und schob mit dem Fuß ein Blechteil ein Stück zur Seite.

He!“, rief der Alte sofort. „Ich meine, Sie müssen das erst abkreiden, bevor Sie die Lage verändern. Sonst verändern Sie doch das Spurenbild.“

Oh, wie unaufmerksam!“, sagte mein Kollege kopfschüttelnd. Dann zog er das Teil mit Fingerspitzen wieder an den alten Platz. „Sie haben natürlich Recht! Meinen Sie, dass das Blech vorher so gelegen hat?“

Der Alte nickte eifrig.

Gut!“, sagte mein Kollege. „Dann können wir ja weiter machen.“

So!“, wandte er sich dann an die Unfallbeteiligten. „Wer kann mir denn sagen, was hier passiert ist?“

Sie müssen vor der Polizei natürlich keine Angaben machen“, mischte sich der Alte ein. „Das kennen Sie doch aus dem Fernsehen.“

Es war meinem Kollegen anzusehen, dass sein Puls nunmehr ungeahnte Höhen erreichte. Dennoch blieb er nach außen hin ruhig und gelassen. „Also ich hab das hier von der Pike auf gelernt“, sagte er zu dem Alten. „Da sollte man doch meinen, dass ich meinen Job beherrsche.“

Genau!“, antwortete der. „Davon sollte man ausgehen können.“

Tja, aber irgendwie scheinen Sie es besser zu können als ich. Vielleicht sollten Sie diesen Unfall aufnehmen.“ Und damit drückte er dem Alten seine Mappe in die Hand. „Ich setze mich solange in den Streifenwagen und schaue Ihnen zu.“

Nun stand er da, hatte die Mappe in der Hand und konnte es wohl kaum fassen. Immer wieder wanderte sein Blick ungläubig von der Mappe zu meinem Kollegen im Streifenwagen und wieder zurück. Auch die beiden Unfallbeteiligten schauten verwundert, aber immerhin amüsiert auf die Szene.

Also entschloss ich mich, dem Ganzen noch einen drauf zu setzen. „Mach mal hinne!“, rief ich dem Alten zu. „Ich hab‘ gleich Feierabend!“

Das schien ihn wachzurütteln. Er eilte zum Streifenwagen, entschuldigte sich bei meinem Kollegen und sagte: „Ich glaub‘, es ist besser, wenn Sie Ihren Job machen. Ich werd‘ Sie auch in Ruhe lassen und einfach ins Haus gehen.“

Das dürfte wohl das Beste sein“, antwortete mein Kollege lachend, nahm seine Mappe wieder an sich und begann mit der Unfallaufnahme.

 

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Ruhestörung

Oktober 31, 2011

Liebe Leser, beim letzten Mal habe ich mich über den „guten Nachbarn“, der mit seinem Ordnungssinn andere in den Wahnsinn treiben kann, ausgelassen. Es existiert aber noch eine zweite Kategorie Nachbarn, die in der Beliebtheitsskala ihrer Mitmenschen in etwa gleichauf mit Kopfschmerzen oder einer Diarrhoe liegen. Es sind Menschen, die ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis an den Tag legen und gegen jede Art von Geräuschbelästigung vorgehen. Solche Leute beziehen beispielsweise ein Haus neben einem Stadion und verklagen spätestens nach dem ersten Heimspiel die Liga auf Abbruch der Saison. Man konnte ja nicht ahnen, dass da auch außerhalb des Stadions was zu hören ist.

So eine Dame hatte ich neulich am Telefon.

Sie müssen hier unbedingt vorbeikommen. Der Lärm nebenan vom Schulhof ist unerträglich. Die spielen da Fußball, was ja gar nicht erlaubt ist. Und außerdem ist es schon nach 20 Uhr.“

Also fuhr ich mit einem Kollegen in die besagte Straße, um mir vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Der Schulhof war wie leergefegt. Weit und breit war niemand zu sehen. Vor allem niemand, der dort Fußball spielte. Damit schien für uns der Auftrag erledigt zu sein, doch bevor wir wieder in den Streifenwagen einsteigen konnten, wurden wir von der Anruferin aufgehalten.

Warum brauchen Sie eigentlich immer so lange?“, rief sie uns aufgebracht anstatt eines Tagesgrußes entgegen.

Guten Abend“, erwiderte ich freundlich. „Sie hatten uns angerufen?“

Natürlich. Das ist ja unerträglich hier. Dieser ganze Lärm. Und das auch nach Schulschluss.“

Nun ja“, sagte ich. „Ich kann Sie zwar verstehen, aber irgendwo müssen die Kinder ja hin. Gibt ja sonst nichts hier im Ort. Und nach der neuen Gesetzeslage, verursachen Kinder ja auch keinen Lärm.“

Hören Sie mal“, erboste sich die Dame. „Sie sehen doch dieses Schild hier!“ Dabei deutete sie in Richtung Eingang des Schulhofes. „Der Schulhof darf ab 20 Uhr nicht mehr betreten werden. Und wie sie unschwer erkennen können, darf hier auch kein Fußball gespielt werden. Und außerdem sind das keine Kinder, das sind Jugendliche.“

Aber nun sind sie doch weg. Jetzt ist es gerade Viertel nach. Da muss man doch nicht so kleinlich sein.“

Doch, muss man!“, erwiderte die Dame. „Wehret den Anfängen, sage ich immer. Aber ich hab ja auch schon meinen Anwalt eingeschaltet. Der wird die Stadt verklagen, dass der Schulhof früher geschlossen wird. Ich mein‘, das wär‘ ja alles kein Problem, wenn die Jungs hier Drogen nehmen würden, wie woanders auch. Dann sind sie wenigstens ruhig.“

Verblüfft schaute ich die Dame an. „Das ist doch jetzt nicht Ihr ernst, oder?“

Ist es! Und nun will ich meine Ruhe haben. Auf Wiedersehen!“ Sprachs und eilte auf ihr Haus zu.

 

Gegen 23 Uhr meldete sich die Dame noch einmal auf der Wache.

Und?“, fragte ich. „Sind schon wieder welche auf dem Schulhof?“

Nein, nein“, antwortete sie. „Diesmal sind es die Nachbarn. Die haben da irgend ’ne Party. Und es ist unerträglich laut.“

Haben Sie denn schon mal mit denen gesprochen?“

Ich? Nein, hab ich nicht! Mit denen kann man auch nicht reden.“

Ach, so ist das. Dann werden wir das wohl übernehmen müssen.“

Aber es wäre nett, wenn Sie meinen Namen nicht erwähnen. Das gibt nur unnötigen Ärger“, sagte die Dame zum Abschied am Telefon.

Zum wiederholten Male fragte ich mich, warum Menschen nicht in der Lage sind, mit ihren Mitbürgern zu reden? Inzwischen scheint es eine der Hauptaufgaben der Polizei geworden zu sein, sozial-kommunikative Defizite unserer Mitmenschen auszugleichen.

Seufzend machte ich mich noch einmal mit meinem Kollegen auf den Weg.

Bei den Nachbarn war tatsächlich Party. Aus dem Haus war Musik zu hören. Nicht übermäßig laut, aber immerhin war es zu hören. Nach mehrmaligem Klingeln wurde uns geöffnet und ein verwunderter Hausherr starrte uns an.

Gibt es ein Problem, Herr Wachtmeister?“

Offensichtlich“, antwortete ich. „Sonst wären wir nicht hier.“

Was ist denn los, Friedbert?“, fragte eine Frau aus dem Hausflur.

Die Polizei ist hier, Helga“, rief er nach hinten. „Sind wir zu laut?“, fragte er mich dann.

Zumindest fühlt man sich in der Nachbarschaft gestört“, sagte ich.

Das kann doch gar nicht sein“, wunderte sich Helga. „Die Nachbarn sind doch alle hier. Die haben wir doch extra eingeladen.“

Warte mal“, unterbrach Friedbert seine Frau. „Die Meiersche von nebenan ist doch vor zwanzig Minuten gegangen, oder nicht?“ Und an mich gewandt fragte er: „Das war die doch, oder?“

Mit einem Lächeln schaute ich an die Decke. Ich sollte den Namen ja nicht erwähnen.

Das hat ein Nachspiel!“, rief Helga.

Das war zu befürchten. Bleibt zu hoffen, dass Friedbert und Helga die Angelegenheit ohne uns regeln können. Angesichts der Nachbarin hatte ich da allerdings meine Zweifel. Die Zukunft wird es zeigen. Für heute blieb nur noch die Frage offen, warum man sich von Menschen einladen lässt, mit denen man angeblich sowieso nicht reden kann?

Der gute Nachbar

Oktober 4, 2011

Es gibt eine bestimmten Sorte Menschen, die mag ich nicht mehr: Nachbarn! Also nichts gegen meine hier im Haus. Von denen sehe und höre ich nichts. Sie sind anders als Horst, der immer, wenn er in Erscheinung trat, eine Katastrophe heraufbeschwor, wobei er aber jedes Mal noch etwas liebenswürdiges an sich hatte.

Nein, die Nachbarn, die ich meine, sind eigentlich leicht zu erkennen. Unter anderem am Kissen auf der Fensterbank des strategisch günstigsten Fensters der Wohnung. So ist es ihnen möglich, in alt hergebrachter Blockwart-Manier die wichtigsten Gegebenheiten vor dem Haus zu überwachen: das Halteverbot auf der Straße, den Fahrradabstellplatz und vor allem die Mülltonnen des Hauses.

Erst neulich hatte ich wieder so einen am Telefon.

Sie müssen hier unbedingt einen Streifenwagen herschicken. Hier parkt einer, wo er gar nicht darf und blockiert damit den ganzen Garagenhof.“

Was ist denn das für ein Fahrzeug?“, fragte ich. „Und haben sie sich vielleicht schon mal das Kennzeichen notiert?“

Weiß ich nicht!“, kam es zurück. „Das Kennzeichen hab ich auch nicht. Aber der gehört hier nicht her, das weiß ich ganz bestimmt!“

Ich machte mich mit einem Kollegen auf den Weg, um an Ort und Stelle nach dem Rechten zu schauen. An der angegebenen Adresse wurden wir jedoch nicht fündig. Kein Fahrzeugführer hatte es gewagt, sich in einer Halteverbotszone oder gar vor einer Ausfahrt abzustellen. Der Anrufer erwartete uns allerdings schon vor der Haustür und führte uns auf den großzügig ausgebauten Garagenhof des Mehrfamilienhauses.

Eigentlich hätten wir den Einsatz schon jetzt abbrechen können, denn grundsätzlich sind wir für falsch abgestellte Fahrzeuge auf Privatgrundstücken nicht zuständig. Aber auf der anderen Seite gehört es auch zu unseren Aufgaben, dem Bürger in allen möglichen Situationen behilflich zu sein.

Auf dem Hof fanden wir tatsächlich einen Wagen mit ortsfremden Kennzeichen vor, der an der vorletzten Garage abgestellt war.

Sehen Sie“, sagte Nachbar Adlerauge, „aus der letzten Garage komm ich gar nicht mehr raus mit dem Auto.“

Ein Grinsen konnte ich mir kaum noch verkneifen, denn auf dem Hof war soviel Platz, dass man die letzte Garage bequem mit einem 7,5-Tonner hätte erreichen können. Aber darum ging es dem guten Nachbarn gar nicht, wie ich gleich feststellen durfte.

Ja, müssen Sie denn jetzt wegfahren?“, fragte ich ihn.

Ich? Nein! Wieso? Ich mein ja nur, dass, wenn ich jetzt aus der Garage raus fahren müsste.“

Die hintere Garage ist also Ihre?“, fragte ich weiter.

Wieso meine? Was soll ich denn mit einer Garage?“, erwiderte Adlerauge verwundert. „Ich hab doch gar kein Auto.“ Er drehte sich um und zeigte zur Hofausfahrt. „Aber sehen Sie mal, da vorn steht ein Schild, das das Parken auf dem Hof verbietet.“

Inzwischen hatte mein Kollege eine Halterfeststellung veranlasst und kam mit entsprechenden Personalien zu uns. „Der Wagen gehört einem gewissen Herrn Mehnert.“

Ach!“, rief Adlerauge. „Das ist bestimmte der Sohn von der alten Frau Mehnert, 2. OG links.“

Dann ist ja alles geklärt“, sagte ich. „Wenn der Wagen wirklich jemanden stören sollte, können Sie ja kurz bei Frau Mehnert klingeln, damit Sohnemann das Auto umparkt.“

Wieso sollte ich das?“, fragte Adlerauge zurück. „Was geht mich die olle Mehnert an?“

Okay“, lenkte ich ein. „Auf der anderen Seite können Sie natürlich als Hausmeister für die Durchsetzung der Hausordnung sorgen und den Wagen abschleppen lassen.“

Als Hausmeister?“ Adlerauge sah mich verwundert an. „Ich bin doch hier nicht der Hausmeister. Das ist der Krause, Hochpaterre, Mitte. Ich hab damit nichts zu tun. Ich schau hier nur nach dem Rechten. Einer muss das ja machen!“

Ach, so ist das“, entgegnete ich lächelnd. „Dann sind wir hier wohl fertig. Wir können als Polizei auf einem Privatgrundstück nichts machen. Deshalb werden wir uns jetzt wieder in den öffentlichen Verkehrsraum begeben, um dort nach dem Rechten zu schauen.“ Augenzwinkernd fügte ich noch hinzu: „Einer muss das ja machen!“

Adlerauge richtete sich auf und ließ seine Brust vor Stolz anschwellen: „Also hier in der Straße brauchen Sie nicht mehr zu schauen. Hier seh ich immer nach dem Rechten.“

Das habe ich mir fast gedacht“, sagte ich. „Hier sind wir wirklich überflüssig.“ Die Frage, was Adlerauge vor zwei Tagen gemacht hatte, als in dieser Straße mehrere Fahrzeuge aufgebrochen worden waren, verkniff ich mir. Verstanden hätte er es wahrscheinlich nicht. Schließlich waren es ja nicht seine Autos. Dennoch war ich mir sicher, dass ich nicht das letzte Mal mit Adlerauge zu tun gehabt hatte.

 

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, irgendwann mal jemanden besuchen und unbedingt auf dem Garagenhof parken wollen, bestellen Sie den Abschlepper gleich selbst. So können Sie dem guten Nachbarn eine Freude bereiten und sparen sich unnötigen Ärger. Wer weiß? Vielleicht werden Sie so sogar zu einem gern gesehenen Fremden.

 

Derrick, CSI und andere Irrtümer

August 29, 2011

Es scheint eine unumstößliche Tatsache zu sein: Was im deutschen Fernsehen gezeigt wird, entspricht der Realität. Es muss wahr sein! Nicht umsonst erfreuen sich solche Sendungen wie „Frauentausch“, „Mitten im Leben“ und ähnliche Formate einer nicht zu brechenden Beliebtheit. Schließlich zeigen sie das reale Leben. Dass es sich hierbei lediglich um eine „skriptet reality“, die nur unwesentlich von der Wirklichkeit getrübt wird, handelt, überliest der geneigte Zuschauer nur allzu gern.

Doch auch Spielfilme oder Serien sind dem deutschen Michel derart realistisch, dass er glaubt, das wahre Leben läuft in ähnlichen Bahnen ab. Schon vor Jahren endete ein Dialog wie der folgende mit einem erstaunten Gegenüber:

„Sie sind bei der Polizei? Was haben Sie denn für einen Dienstgrad?“

„Ich bin Hauptkommissar!“

„Ach! Dann sind Sie ja bei der Kriminalpolizei!“

„Nein, bei der Schutzpolizei. Ich fahre Streife.“

Noch größer ist die Verblüffung, teilt man dem Gegenüber mit, dass es nicht der eigenen Erfüllung entspricht, die meiste Zeit seines Dienstes am Schreibtisch zu sitzen und Akten zu wälzen.

Liebe Leserinnen und Leser, auch wenn es schockiert, aber ich muss hier einfach mal aufklären: Mit großen Augen hinter violett getönten Brillengläsern fragend durch die Gegend rennen, um nach 40 Minuten mit einem Geistesblitz einen Mord aufzuklären, konnte nur Horst Tappert alias Derrick. Vielleicht auch nur, weil er nie den Wagen holen musste. Mit kriminalistischem Gespür oder Sachverstand hat das nichts zu tun, eher mit dem Sendeformat.

Der Schutzpolizist hat in Wirklichkeit eine breite Palette von Aufgaben, die ihm so manches Mal einiges abverlangen. Er ist nicht dazu da, sinnlos dekorativ neben einem Streifenwagen zu stehen, bei dem überflüssigerweise noch das Blaulicht eingeschaltet ist. Und den Kaffee kann sich der „Herr Kommissar“ selbst holen!

Auch das andere Extrem des Ermittlers entspricht nicht der Realität. Deutsche Kommissare springen nicht aus fliegenden Hubschraubern auf fahrende Busse. Genauso wenig haben wir jede Woche die Explosion eines Tanklastzuges auf deutschen Autobahnen zu beklagen. „Cobra 11“ ist zwar ein schönes Lehrstück über deutsche Stuntmen-Kunst, mehr aber nicht!

Es sind aber nicht nur deutsche Serien, die der Normalbürger als realitätsnah einstuft, auch amerikanische Fernsehserien werden inzwischen als der Realität entspringend aufgefasst.

So hatte ich vor einiger Zeit das Vergnügen einen Tatort aufzunehmen, an dem bei einem Hausneubau die frisch eingebauten Fenster mittels Spaxschrauben zerkratzt wurden. Dem angehenden Hauseigentümer war natürlich schon bei Entdecken der Tat klar, dass der Täter nur im Kreise seiner lieben Nachbarschaft zu suchen war, mit der er schon beim Kauf des Grundstückes im Clinch gelegen hatte.

Stolz präsentierte er mir die beiden Tatwerkzeuge: zwei Spax-Schrauben, 3,5 x 40 mm, die auf einer Fensterbank lagen. „Sehen Sie mal, Herr Wachtmeister. Damit haben die offensichtlich meine Scheiben zerkratzt. Ich hab die auch nicht angefasst! Die liegen noch so da, wie ich sie gefunden habe.“

Artig holte ich meine Digitalkamera hervor, um die Auffindesituation zu dokumentieren. Als ich die Schrauben dann in einer kleinen Beweissicherungstüte verstaute, begann der Geschädigte sogar ein wenig zu strahlen.

„Wenn Sie von den Schrauben die Fingerabdrücke genommen haben, finden Sie den Täter bestimmt ganz schnell“, meinte der Geschädigte dann.

„Tja, wenn das mal so einfach wäre“, entgegnete ich.

„Natürlich!“, sagte der Mann. „Ich hab das doch schon ein paar Mal im Fernsehen gesehen. Da bedampfen die sowas mit so’nem komischen Zeugs und vergleichen dann den Abdruck mit ihrer Computerdatei.“

Ach ja, das liebe Fernsehen, dachte ich. Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als diesen Enthusiasmus ein wenig zu dämpfen.

„Die haben da auch nur einen Fall gleichzeitig zu lösen. Und ich muss Ihnen leider sagen, dass das CSI Langenhagen derzeit damit beschäftigt ist, Reifenspuren auf einem plattgefahrenen Straßenkater zu sichern.“

„CSI Langenhagen?“, fragte der Mann. „Wollen Sie mich jetzt auf die Schippe nehmen? Sowas gibt’s doch gar nicht!“

„Eben!“, antwortete ich. Als ich ihm dann noch erklärte, dass es nahezu unmöglich ist, mit einer dreieinhalb Millimeter breiten Fingerspur, die zudem noch von einem Schraubgewinde abgenommen wurde, einen Treffer zu landen, wurde er ganz kleinlaut. Aber zumindest hatte ich ihn überzeugen können, dass nicht alles stimmt, was der Flimmerkasten hergibt.

Bei Gericht

März 7, 2011

Es gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen im Berufsleben eines Polizeibeamten, vor Gericht als Zeuge geladen zu sein. Dabei beläuft sich die Gefühlsskala von genervt, weil ein übereifriger Winkeladvokat einem die Worte im Mund zu verdrehen sucht, bis hin zu belustigt, weil einer der Prozessbeteiligten etwas komisches von sich gegeben hat.

Unvergessen und immer wieder gern erzählt in unserer Region ist die Geschichte eines Burgdorfer Amtsrichters, der sich amüsiert die Lügengeschichte eines Angeklagten angehört hatte und sich dann an die Schulklasse im Zuschauerraum wandte, die zur Beobachtung eines Strafprozesses gekommen war.

„Wisst ihr, Kinder“, fragte der Richter, „warum wir in diesem Gerichtssaal eine so schöne Holzbalkendecke haben?“

Die Kinder schüttelten den Kopf.

„Ganz einfach“, sagte er mit einem süffisanten Lächeln. „Anhand der Krümmung der Holzbalken kann ich genau erkennen, wie sehr mich der Angeklagte angelogen hat.“

Dann drehte er sich wieder zur Anklagebank und fuhr fort: „So! Und nun noch mal von vorn. Aber diesmal die Wahrheit, bitte!“

Anekdoten in dieser Art kursieren viele. Ich folge einer Ladung immer mit einer gewissen Spannung. Es könnte ja wieder eine neue Geschichte geschehen, die im Kollegenkreis erzählt wird. Und beim letzten Mal wurde ich nicht enttäuscht.

Es war diesmal allerdings nicht der Richter oder ein Anwalt, der mir ein Schmunzeln ins Gesicht trieb, sondern ein Zeuge. Dazu noch einer vom Vorprozess, der sich aufgrund einiger Anträge der Rechtsanwältin in die Länge gezogen hatte.

Nun warteten also mehrere Zeugen vor dem Gerichtssaal auf ihren Aufruf. Meine Kollegin und ich waren nicht gerade begeistert, denn es stand zu befürchten, dass wir möglicherweise länger als eine Stunde zu warten hatten. Und das für eine Strafverhandlung zu der wir als Zeugen selbst nicht viel beitragen konnten. Hatten wir doch lediglich einen kurzen Sachverhalt aufgenommen und den Beschuldigten transportiert.

Doch wir wurden dafür von einem der anderen entschädigt. Er war etwas heruntergekommen, die Kleidung schmuddelig, die Haare in einer Verfassung als hätte er sie vor einiger Zeit in Öl getaucht. Unter den Arm hatte er sich die Hannoversche Allgemeine geklemmt, die wohl ein wenig Bildung vortäuschen sollte. Ungeduldig schlappte die Gestalt nun vor dem Gerichtssaal auf und ab.

„Mann!“, rief er ab und zu aus. „Wie lange dauert das denn noch? Ich hab Durst.“

Und gleich darauf folgte die Erklärung seines Durstes, obwohl ihm offensichtlich niemand zuhörte: „Ich hab nämlich schon zwei Tassen Kaffee getrunken. Und mein Betreuer hat mir gesagt, dass ich zu jeder Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser trinken sollte. Das hab‘ ich vergessen.“

Offensichtlich hatte er auch den Kaffee vergessen, denn aus seinem Mund roch es nach einem ganz anderen Getränk, welches kalt zu genießen ist. Oder hatte er einfach nur vergessen, sich die Zähne zu putzen? Egal. Beide Gedankengänge wollte ich nicht vertiefen.

Plötzlich blieb er wie angewurzelt vor einem der anderen Zeugen stehen.

„Sag mal, dich kenn‘ ich doch irgendwo her?“

Der andere Zeuge, der durch seine Dienstmarke unschwer als Polizeibeamter zu erkennen war, lächelte. „Na klar, ich hab dich doch schon ein paar Mal auf’m Raschplatz kontrolliert.“

„Ach so“, sagte die Gestalt. „Aber da bin ich ja jetzt nicht mehr so oft.“ Sprach’s, drehte sich wieder um und setzte seine Warterunden fort. „Aber irgendwo her kenn‘ ich den“, murmelte er dabei.

Während er so auf und ab ging, fiel irgendwann mein Blick auf seine Hose, beziehungsweise auf den Reißverschluss, welcher weit geöffnet war. Als er wieder auf meiner Höhe war, sprach ich ihn leise an: „Eyh Meister, du musst mal deine Hose schließen.“

„Ich weiß“, sagte er. „Geht aber nicht. Der Reißverschluss ist mir heute morgen geplatzt. Und ’ne andere Hose hab‘ ich derzeit nicht. Ich müsste mir wohl mal ’ne neue kaufen. Aber bei nur Hundert Euro Taschengeld ist das so eine Sache.“

Und nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Aber ist ja nicht so schlimm. Wo ein Toter liegt, kann ruhig mal das Fenster offen sein.“

Meine Kollegin und ich sahen uns sprachlos an. Diesen Spruch kannten wir beide nicht. Aber wir haben noch den ganzen Nachmittag darüber gelacht.

Performances

Oktober 10, 2010

Ich mag Kunst. Vor allem, wenn man bei dieser erkennen kann, dass der Künstler sein Handwerk versteht und wahrhaft meisterlich umzusetzen weiß. Bei moderner Kunst hingegen habe ich dieses Gefühl oftmals nicht – im Gegenteil: Oft hab ich das Gefühl, da möchte uns jemand einen ziemlich teuren Bären aufbinden oder einfach nur verpacken.

Doch manchmal verbinden sich auch nette Momente mit der modernen Kunst. Es ist schon eine Weile her, da wohnte in einer kleinen Ortschaft in der Wedemark ein junger, freischlafender Künstler zur Hälfte in einer alten Bauernkate. Zwar lag das Hauptaugenmerk seiner gestaltenden Kunst zumeist in der skurilen Anhäufung von Leergut, aber von Zeit zu Zeit hatte er seine Eingebungen. Sehr zum Leidwesen seines Nachbarn, der die andere Hälfte der Bauernkate bewohnte und so gar nichts mit der Berufung seines Nebenmannes anzufangen wusste.

Es kam wie es kommen musste. Eines Abends klingelte das Telefon in der Mellendorfer Wache und Herr Nachbar beschwerte sich lautstark darüber, dass der Künstler Abfälle in seinem Garten verbrannte.

„Das ist doch sicher nicht erlaubt“, stellte er fest. „Außerdem ist heute Sonntag.“

Ich versprach, mich um die Angelegenheit zu kümmern und fuhr mit einem Kollegen zu der kleinen Bauernkate.

Tatsächlich brannte im Garten ein großes Feuer. Durch die Flammen konnten wir erkennen, dass der Künstler eine Reihe Kisten und Stühle aufgeschichtet und diese in Brand gesetzt hatte. Zudem dröhnte härtester Punkrock in unseren Ohren, der wohl die Atmosphäre – sofern man davon sprechen konnte – untermalen sollte.

In einer Ecke vor dem Haus hockte unserer Künstler und stierte ins Feuer.

„Das ist aber ein recht großes Lagerfeuer“, sagte ich zu ihm. „Haben Sie denn dafür eine Genehmigung?“

Langsam hob er den Kopf und stecknadelkopfgroße Pupillen musterten mich aus roten Augen.

„Ich brauch keine Genehmigung, Herr Wachtmeister“, lallte er.

„Das denke ich aber doch“, entgegnete ich. „Vor allem, wenn sie in dieser Größenordnung Abfälle verbrennen.“

„Sind keine Abfälle. Das ’s Kunst!“

„Kunst? Was ist Kunst?“, fragte ich ein wenig entgeistert. „Das Feuer?“

Er nickte heftig. „Das ’s nich bloß ’n Feuer. Das ’ne Feuer-Performance.“

Ich wollte mich in diesem Moment nicht in eine Diskussion über Kunst einlassen, zumal ich den künstlerischen Faktor dieses Feuers nicht erkennen konnte – und ich gab mir wirklich Mühe. Manchmal waren seine Ideen halt ein wenig zu verschroben.

„Nichtsdestotrotz muss diese Performance leider beendet werden“, sagte ich kurzentschlossen. „Entweder Sie löschen das jetzt ab oder die Feuerwehr wird dies tun.“

Was mir daraufhin entgegenschlug lässt sich am einfachsten mit übelsten Beschimpfungen umschreiben, wobei der Begriff „Kunstbanause“ noch der harmloseste war. Allerdings weigerte er sich standhaft, das Feuer zu löschen.

Mein Kollege, der wohl schon geahnt hatte, dass sich unser Künstler nicht bereit erklären würde, hatte inzwischen die örtliche Feuerwehr verständigt, die in diesem Augenblick auch schon anrückte.

Lächelnd trat der Ortsbrandmeister in den Garten und fragte: „Liegt wohl keine Genehmigung für dieses Lagerfeuer vor, oder?“

„Das ’s kein Lagerfeuer!“, schrie der Künstler wutentbrannt. „Das ’s ’ne Performance!“

„Oh!“, sagte der Ortsbrandmeister. „Das ist natürlich was anderes.“ Ein breites Grinsen zog durch sein Gesicht. „Dann verspreche ich Ihnen natürlich, dass wir diese Performance nach allen Regeln der Kunst behandeln werden.“

Dann drehte er sich um und rief: „Jungs! Zeigt dem Herrn hier mal unsere schönste Wasser-Performance! Ab dafür!“

Mit sichtlichem Vergnügen gingen die Feuerwehrmänner dabei, dass Feuer zu löschen. Ich weiß nicht, wie viele Hektoliter sich damals in dem Tankwagen befanden, aber langsam wandelte sich der Garten in eine kleine Seenplatte – und am Ende war der Tank leer!

Dass unserem Künstler in dieser Nacht noch eine dritte Performance in Form einer Blutprobe, die absolut kunstgerecht von einem Arzt entnommen wurde, widerfuhr, weil er sich nach unserem Einsatz besoffen mit seinem Roller zur Wache begeben hatte, um sich über die Beschneidung seiner Kreativität zu beschweren, ist allerdings eine andere Geschichte.

Verkehrskontrolle

April 3, 2010

Es war eine jener Nächte, in denen uns der Bürger der Wedemark nicht zu brauchen schien. Eigentlich eine gute Zeit, um mal die Dinge aufzuarbeiten, die noch in den Fächern schlummerten. Aber nachts um 2.00 Uhr ist das so eine Sache mit der Konzentration. Also entschlossen mein Kollege und ich uns, eine stationäre Verkehrskontrolle auf der Straße Richtung Hannover durchzuführen. Außerdem war gerade Messe, so dass durchaus noch die Chance auf einen kleinen Fang bestand.

Kaum hatten wir unsere Warnwesten übergezogen, kam auch schon der erste Wagen angerauscht. Frank streckte die Anhaltekelle nach oben und bedeutete dem Fahrzeugführer, rechts ran zu fahren. Ich trat an den Wagen der gehobenen Mittelklasse heran und klopfte gegen die Scheibe der Fahrertür. Der ältere Herr hinter dem Steuer des Fahrzeugs ließ die Scheibe herunter und schaute mich mürrisch an. „Was gibt’s?“, fragte er unfreundlich.

„Guten Morgen!“, antwortete ich. „Eine allgemeine Verkehrskontrolle. Führerschein und Fahrzeugschein, bitte! Und stellen Sie bitte den Motor ab und schalten die Innenbeleuchtung ein.“

„Das hat mir gerade noch gefehlt“, maulte der Mann und kramte in seiner Aktentasche, die auf dem Beifahrersitz lag, nach seinen Papieren. Als er sie gefunden hatte, reichte er sie mir mit den Worten: „Haben Sie eigentlich nichts besseres zu tun?“

„Derzeit ist dies die Aufgabe, für die ich bezahlt werde“, antwortete ich freundlich.

„Sie könnten doch mal zur Abwechslung Verbrecher fangen.“

„Das ist leichter gesagt als getan“, sagte ich. „Aber wenn wir beide annehmen, Sie wären einer, wäre ich jetzt gerade dabei.“

„Also das ist doch …“, begehrte der Fahrer auch. „Wollen Sie etwa behaupten, ich bin ein Verbrecher?“

„Das habe ich nicht gesagt“, entgegnete ich lächelnd. „Aber wenn Sie einer wären, dann wäre ich jetzt mitten in der von Ihnen geforderten Aufgabe.“

„Sehe ich etwa aus wie ein Verbrecher?“, fragte der Mann noch lauter.

„Wenn ich wüsste, wie ein Verbrecher aussieht, könnte ich das beantworten“, entgegnete ich und warf einen Blick in die Papiere des Mannes.

„Was machen Sie da eigentlich?“, wollte der wissen.

„Ich überprüfe Ihre Papiere.“

„Das dürfen Sie doch gar nicht.“

„Wie bitte?“

„Also mein Freund, der ist Anwalt“, sagte der Mann. „Und der hat mir mal erzählt, dass sie das gar nicht dürften. Ich müsste auch gar nicht anhalten für so eine Kontrolle.“

„Da hätte ich einen Buchtipp für Ihren Freund: Das Straßenverkehrsrecht. Gibt es für die, denen der reine Gesetzestext zu dröge ist, auch kommentiert. Da steht drin, was wir dürfen und was Sie zu tun haben.“

„Hmpf!“, machte der Mann enttäuscht, weil ich mich durch die Erwähnung seines Anwalts nicht einschüchtern ließ. „Trotzdem finde ich das hier nicht gut. Schließlich zahle ich Steuern.“

„Ach?“, tat ich überrascht. „Sie auch? Dann haben wir ja schon was gemeinsam, oder?“ Während ich dies sagte, kramte ich in meiner Hosentasche.

„Suchen Sie was?“

„Ja!“ Mit einem breiten Lächeln holte ich einen Cent hervor. „Wissen Sie, ich habe den Eindruck, dass Sie mit meiner Arbeit nicht so ganz zufrieden sind“, begann ich. „Damit Sie nicht weiterhin dieses unangenehme Gefühl haben, für etwas zu bezahlen, dass Ihnen nicht gefällt, gebe ich Ihnen hiermit Ihren Anteil an meinem Jahresgehalt inklusive einer ordentlichen Verzinsung zurück und wünschen Ihnen eine schöne Weiterfahrt.“

Mit diesen Worten drückte ich dem Mann seine Papiere und den einen Cent in die Hand.

„Ich sollte mich über Sie beschweren!“, schimpfte der.

„Bitte!“, sagte ich. „Tun Sie das! Es ist Ihr gutes Recht. Außerdem sollte mein Chef einmal aus berufenem Munde erfahren, dass ich auch noch nach 2.00 Uhr nachts meine Arbeit erledige.“

Natürlich beschwerte der Mann sich nicht. Aber drei Wochen später hatte ihn ihn wieder in einer Kontrolle. Diesmal war er zu schnell gefahren und musste ein Verwarnungsgeld bezahlen, was er ohne zu murren tat. Er zeigte sich unerwartet einsichtig und entschuldigte sich für sein Verhalten in der letzten Kontrolle. Er hatte über unser Gespräch noch lange nachgedacht und war zu dem Schluss gekommen, dass er derjenige gewesen war, der sich unmöglich verhalten hatte.

„Trösten Sie sich“, sagte ich ihm. „Da sind Sie nicht allein.“ Und wir beide mussten laut lachen.