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Das etwas andere Weihnachten

November 22, 2015

Ja! Also: Dieses Jahr haben wir uns mal was besonderes für die Shanaja und die Dawina ausgedacht. Nachdem das im letzten Jahr nicht ganz so geklappt hat! Ich mein; Dat konnte doch keiner ahnen, dass dieser alte Klepper, den ich für 30.000 Ocken geschossen hab‘, sich einfach beim ersten Ritt die Haxen bricht! Da hätt‘ ich die Carmen auch nicht für … ! He! He! He! He! – Gott sei dank, hatte der Tim ja noch ’n lecker Rezept für’n ersten Weihnachtstach für uns!“

Roooooooooooobert?“

Naja, also haben wir halt dieses Dorf in Nord-Finnland gekauft, um den Kindern auch mal die andere Seite zu zeigen!“

Stimme aus dem Off: „Was heißt die andere Seite zeigen?“

Naja, den Protz und Prunk von St. Tropez haben die Kinder ja jeden Tag!. Und jetzt erleben sie Weihnachten in einer ganz anderen Umgebung: Ärmlich, kleine Menschen arbeiten für andere, irgendwo steht einer, der das ganze beaufsichtigt …“

Hohoho!“

Hey, du Typ! Sieh zu, dass du vom Acker kommst! Mit deinem roten Mantel biste hier modisch eh unten durch! Und die paar Mille sollten doch für dies armselige Dorf reichen, oder?“

Aber das war mal mein Dorf …“

Und nu‘ hab ich das gekauft! Also …“

Roooooooooobert! Wo is‘ denn die Nordmann-Tanne hin, die vor dem Haus lag?“

Tja, da haste’s wieder: Kümmerst dich um was – biste auch verantwortlich! – Wenn du das Gestrüpp meinst, dass vor der Haustüre lag? – Das hab ich weggeschmissen!“

Ach Roooobert, das war unser Weihnachtsbaum! Den hab ich extra aus Deutschland einfliegen lassen.“

Siehste. Das mein‘ ich:. Ich predige immer, dass wir sparen müssen, und die Carmen lässt mal eben ’nen Weihnachtsbaum aus Deutschland einfliegen. Dabei habe ich mir extra diese Weihnachtsbaum-App für den 250-Zoll-Bildschirm gekauft. Den stellt der Ante nachher hochkant und dann haste genug Stimmung. Hier!“

Auf dem Bildschirm erscheint eine prachtvoll geschmückte Tanne. Leise ertönt Jingle Bells aus den Lautsprechern.

Hohoho!“

Hey, ich hab dir doch gesagt, du sollst dich verziehen!“

Aber …“

Nix aber. Mach dich weg. Und nimm deinen komischen Elch mit, sonst mach ich da Hack von.“

Rooobert. Das ist ein Rentier!“

Das ist mir doch egal! – Jetzt tut die Carmen wieder so, als ob sie sich in der Botanik auskennt. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, beim Sparen.

Das ist natürlich ein wichtiges Thema, wenn wir der Shanaja und der Dawina etwas für’s Leben mitgeben wollen. Die beiden müssen auch lernen, dass es Entbehrungen gibt und dass man auch mal auf etwas verzichten muss.

Da rede ich ja schon seit Jahren mit der Carmen drüber. Und sie begreift es einfach nicht. Stattdessen spart sie dann an den falschen Ecken. So wie letztes Jahr, als sie mir diese Billig-Uhr geschenkt hat.

Rooobert, die hat immerhin 8000,- Euro gekostet!“

Und ich hab‘ dir schon Hundert Mal gesagt, unter 20 Scheine gibt es keine vernünftige Uhr.“

Aber dass du die deswegen gleich dem ersten Bettler in den Hut schmeißt, war auch nicht nett.“

Na immerhin, kann er die ja gegen ’nen Kaffee und ’ne Wurst tauschen. Außerdem ist der nicht auf die genaue Zeit angewiesen. Aber wenn ich nicht um Punkt 13 Uhr was zu essen kriege, dann kannste schon was erleben. Wenn ich Hunger schiebe, dann is‘ Weihnachten erledigt.“

Hohoho!“

Sag mal, du Vogel! Biste immer noch da? Ich hab‘ dir doch gesagt, du sollst dich verziehen! Jetzt hab‘ ich’s aber dicke mit dir!

Roooooooooobert! Lass doch das Messer liegen. Du verletzt noch jemanden!“

Schnitt.

Robert G. wurde verurteilt. Die Details ersparen wir uns, wünschen aber Santa Claus eine baldige Genesung und dem WWF, dass er noch ein Exemplar des Rotnasen-Rentiers findet.

Mein Kameramann ist übrigens der Meinung, dass Rentier-Mett durchaus lecker ist.

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