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Autoverkauf

Juni 3, 2014

Unser kleiner Italiener ist in die Jahre gekommen. Wenn man den Wert seines Fahrzeuges durch einfaches Volltanken vervielfachen kann, ist die Zeit gekommen, sich zu verabschieden und nach etwas neuem umzusehen.

Am einfachsten ist es natürlich, die alte Gurke beim Kauf eines neueren Fahrzeuges in Zahlung zu geben. Also fuhr ich eines Morgens frohen Mutes zum örtlichen Gebrauchtwagenhändler. Im Internet hatte ich gesehen, dass er ein paar Fahrzeuge auf dem Hof hatte, die mich interessieren könnten.

Die Erwähnung meiner Kaufwilligkeit trieb dem Händler ein fröhliches Grinsen ins Gesicht und er bemühte sich redlich, mir ein paar Fahrzeuge schmackhaft zu machen.

Ich würde aber gern unser altes Fahrzeug in Zahlung geben“, sagte ich nach einer Weile.

Ist doch kein Problem“, antwortete der Händler jovial. „Geben Sie mir doch mal den Fahrzeugschein, dann schaue ich im Rechner nach, was sie für Ihren alten noch kriegen.“

Oh!“, entfuhr es ihm dann nach einem Blick in den Schein. „Das ist ja schon fast ein Youngtimer.“ Und eifrig tippte er an seinem Rechner alle möglichen Daten in die Tastatur.

Nach einer Weile schaute er mich an und sagte: „Also unter der Prämisse, dass wir in dieses Auto nichts mehr hineinstecken müssen, hat der Wagen noch einen Wert von 5,50 Euro.“

Wieviel?“

5,50 Euro!“, antwortete der Händler. „Aber wir können uns das Schätzchen ja mal anschauen. Vielleicht lass ich noch was springen.“

Kurz darauf schaute er konsterniert auf unseren kleinen Italiener. „Soll das ein Witz sein?“, entfuhr es ihm.

Wieso Witz?“, fragte ich.

Hören Sie, dieses Auto könnte ich offen mit Schlüssel im Zündschloss auf den Hof stellen. Den würde noch nicht mal jemand klauen.“

Ach, die paar Beulen sind doch nicht schlimm“, erwiderte ich. „Die geben dem Wagen doch erst den richtigen Charakter.“

Passen Sie auf!“, sagte der Händler. „Ich hab da ’nen guten Bekannten. Wenn Sie dem 100,- Euro geben, entsorgt er Ihnen das Fahrzeug in der Presse. Aber von mir bekommen Sie keinen müden Cent für diesen Schrotthaufen.“

Okay! Wenn er mit nichts für den Wagen geben will, kaufe ich auch nicht bei ihm. Also verließ ich den Hof und fuhr wieder nach Hause.

Umso fröhlicher war ich, als ich am nächsten Morgen ein kleines Kärtchen unter dem Scheibenwischer fand. „Ich kaufe Ihr Auto!“ stand darauf und dazu eine Handy-Nummer, die ich sofort anrief.

Automobil-Center!“, meldete sich eine mürrische Stimme.

Guten Tag. Sie wollen mein Auto kaufen?“

Da weiß ich nichts von“, antwortete die Stimme.

Aber Sie haben mir doch eine Karte an die Windschutzscheibe geheftet.“

Kann sein.“

Was bieten Sie mir denn für meinen Wagen.“

Herrgott. Das weiß ich doch so nicht. Da müsste ich Ihr Auto ja erst mal sehen.“

Aber Sie haben mir doch die Karte ans Auto geheftet.“

Das kann auch ein Mitarbeiter gewesen sein. Sie müssen mir das Auto schon vorführen.“

Wo muss ich denn hin kommen?“, fragte ich die Stimme.

Vahrenwalder Straße, Automobil-Center.“

Schnell machte ich mich auf den Weg.

Was kann ich für Sie tun?“, begrüßte mich die mürrische Stimme diesmal in persona.

Ich möchte mein Auto verkaufen“, antwortete ich.

Das da?“, fragte der Mann entsetzt. „Das werde ich ja nie wieder los.“

Aber ich hatte doch Ihre Karte am Auto.“

Wo wohnen Sie doch gleich?“, fragte er.

In Langenhagen.“

Das war wieder Metin“, schimpfte der Mann und brüllte dann „Metin! Was bringst du mir für einen Schrott auf den Hof? Du bist entlassen!“

Dann holte er tief Luft und sagte: „Und für Sie guter Mann: Ich kenne da jemanden …“

Ich weiß! Wenn ich dem 100,- Euro gebe, entsorgt er mein Auto.“ Aber so leicht gebe ich nicht auf. Ich suche weiter!

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