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Der kleine Unterschied

März 3, 2014

Seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken. Gedanken über den Unterschied zwischen Mann und Frau. Klar, rein biologisch gesehen, hängt da beim Manne was zwischen den Beinen rum, was bei den Frauen nicht hingehört – jedenfalls nicht andauernd.

Doch spätestens seit Deutschlands Chef-Emanze Alice Schwarzer die letzte männliche Domäne erobert hat – die Steuerhinterziehung –, frage ich mich, ob wir uns nun wirklich nur noch rein biologisch unterscheiden. Oder ist da vielleicht noch etwas?

Ist es überhaupt noch wichtig, sich darüber Gedanken zu machen? Es werden ja immer mehr Stimmen laut, dass wir eigentlich alle gleich sind. Der Unterscheidung zwischen Mann und Frau sei lediglich ein soziales Konstrukt, um dem einen die Unterdrückung des anderen zu erleichtern. Nur wer unterdrückt wen?

Die Jungen Grünen, die Nachwuchsorganisation der Grünen Partei, sind in dieser Sache schon einen Schritt weiter. In ihrem Programm haben sie festgelegt, dass der Mensch sein Geschlecht zukünftig selbst bestimmen soll, wenn er/sie/es denn so weit ist.

Vom Gedanken her genial. Es gibt einige Menschen, die von Kindesbeinen an das Gefühl haben, im falschen Körper zu stecken, lieber mit Puppen spielen als auf dem Schulhof zu raufen – oder umgekehrt.

Für die Fälle, bei denen es dann nicht ganz so einfach ist, hat zumindest das amerikanische Facebook schon mal fünfzig unterschiedliche Geschlechtsbezeichnungen eingeführt. Auch keine schlechte Idee.

Doch mit der Selbstbestimmung des Geschlechts bereiten wir werdenden Eltern ein zunehmendes Problem. Welchen Namen soll das Kind bekommen? Durchnummerieren ist leider noch nicht erlaubt. Und das Baby fragen, was es später mal sein möchte, funktioniert auch nicht. Selbst wenn es antworten könnte, würde es uns nach der Geburt doch eher folgendes sagen: »Alter! Ich hab’ andere Probleme: Mir ist kalt und ich hab’ Hunger! Außerdem hat der Typ in dem Kittel mir gerade den Hintern versohlt.«

Aber es geht mir ja um die Unterschiede. Es heißt zum Beispiel, Frauen seien reinlicher als Männer. Das mag stimmen, nur wenn ich manchmal in Wohnungen komme, die ausschließlich von jungen Frauen bewohnt werden, möchte ich am liebsten empfehlen, ’ne Putzfrau anzuheuern.

Bei unseren Katzen beispielsweise ist das ähnlich. Unser Kater ist ein sehr reinliches Wesen. Wenn er das Katzenklo aufsucht, buddelt er zunächst vorsichtig ein Loch, macht sein Geschäft hinein und schiebt das Ganze dann wieder zu. Beim Verlassen des Katzenklos schüttelt er dann noch mal seine Pfoten aus, damit auch ja kein Krümelchen auf dem Parkett landet. Unsere Katze hingegen wühlt nach dem Geschäft derart wild im Katzenklo, dass man meinen könnte, sie übe sich im Köttel-Weitwurf. Danach flitzt sie wie besessen durch die Wohnung und verteilt die Streu in ihrem Fell und an den Pfoten bis hin zum Trinknapf. Aber okay, das sind halt Tiere.

Männer seien gradliniger, heißt es. Da ist was dran. Ein Mann braucht eine Hose, geht in ein Geschäft und kauft eine. Eine Frau braucht eine Hose, besucht 20 verschiedene Geschäfte, um am Ende die Hose aus dem ersten Laden zu kaufen.

Allerdings gibt es da noch meine Frau, die auch nur ein Geschäft besucht und gleich drei Hosen kauft. Nicht weil sie sich nicht entscheiden kann, sondern einfach um sich die nächsten beiden Shopping-Touren zu ersparen.

Also ist die Geradlinigkeit auch kein signifikanter Unterschied.

Bleibt am Ende nur noch das Emotionale. Dinge, die Männer mit ihrem Verstand versuchen anzugehen, betrachten Frauen gefühlvoller. Manchmal sind sie auch näher am Wasser gebaut. Aber auch wieder nicht alle, womit wir wieder bei Alice Schwarzer wären. Hat sie geheult, als ihre Steuerhinterziehung aufflog? Nö, hat sie nicht. Anders als dieser wurstverkaufende Aufsichtsratsvorsitzende vom FC Bayern. Wie ein Schlosshund hat er geflennt, als man ihm auf die Schliche gekommen ist.

Es bleibt also festzustellen, dass es tatsächlich keinen großen Unterschied zwischen den Geschlechtern mehr gibt – außer vielleicht diesem einen kleinen, biologisch bedingten. Und der ist – Gott sei Dank – noch nicht zu entfernen. Hoffen wir, dass nicht irgendwann jemand auf die Idee kommt.

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