Intelligenz und andere Einschränkungen

März 2, 2020

Leiden Sie auch an Allergien? Heutzutage kann man gegen alles mögliche allergisch sein: Hausstaub, Tierhaare, Gräser, Gluten. Alles Dinge, denen man kaum aus dem Weg gehen kann. Wer nicht allergisch ist, legt sich wenigstens eine ordentliche Intoleranz zu, zum Beispiel gegen Laktose.

Ich bin allergisch gegen unsere Katze. Nicht weil dieses Biest absolut nervig ist, sondern ein Hautarzt hat das mal bei mir festgestellt. Dazu kommen noch einige Pollenarten, die mir im Frühjahr und Sommer das Leben erschweren.

Allerdings kann ich jetzt nicht behaupten, dass ich darunter sehr leide. Eine andere Allergie macht mir viel mehr zu schaffen: die Intelligenz-Allergie so mancher Mitmenschen. Da entwickel ich auch manches mal eine Intoleranz.

Inzwischen schießen diese Bonsai-Gehirne fast wie Pilze aus dem Boden. Früher hatte man mal vereinzelt einen, der im Glauben lebte, Deutschland sei eine GmbH oder der Bilderberger-Theorie anhing. Heute vermehrt sich die Zahl der Flat-Earther, Chemtrail-Gläubigen, Lichtgestalt-Anhängern, Reptiloiden-Hörigen oder Homöopathen mit atemberaubender Geschwindigkeit.

Und das, obwohl es noch nie so einfach war, sich Informationen und Wissen zu verschaffen. Nicht Deutschland ist eine GmbH. Die Deutschen selbst entwickeln sich zu einer GmbH – zu einer Gesellschaft mit beschränkter Hirnleistung.

Doch es sind nicht nur diese Auswüchse, die einen verzweifeln lassen. Auch allgemein macht sich ein gewissen Trägheit der Denkmuskulatur breit.

Stellen Sie sich vor, sie sind Landwirt und gerade auf dem Weg zu ihren Feldern, um Kartoffeln zu roden. Für Sie sicherlich eine sinnvolle Tätigkeit, sorgt diese doch nicht nur dafür, dass viele Menschen satt werden, sondern auch, dass ihre Tasche sich mit Geld füllt, wenn auch nur geringfügig.

Sie sitzen also gerade auf Ihrem Traktor, der Kartoffelroder ist angespannt, doch plötzlich springt aus Ihrem Feld eine Meute Demonstranten hervor und schreit: „Keine Rodung heute! Das verhindert unsere Meute!“

Zugegeben, das ist jetzt nicht der intelligenteste Slogan, aber als Landwirt sind Sie erstmal baff.

Ein aufgebrachter Schafswoll-Pullover hält Ihnen ein Schild mit der Aufschrift „Kartoffeln sind Leben!“ entgegen (Kartoffel auch gerne nur mit einem „f“).

Auf einem weiteren Transparent prangt der Slogan „Blattgrün bindet CO2!“

Dass dieses Blattgrün einfach zum Winter hin vergammelt, wenn nicht gerodet wird, ist den Demonstranten schlichtweg egal. So weit haben sie nicht gedacht. Wozu auch. Es geht ums das Jetzt.

Dazu wird Ihnen ein Flugblatt überreicht, dass Ihnen erklärt, dass Ihre Monokulturen das größtdenkbare ökologische Desaster darstellen, Sie nur ein Knecht der Konsumgesellschaft sind, die Sie mit ihren Monsanto-Produkten selbst vergiften und eigentlich komplett enteignet gehören.

Undenkbar?

So ähnlich wie Ihnen als Landwirt geht es gerade Elon Musk. Wir rekapitulieren: Weil wir so gerne Elektroautos fahren wollen, uns aber immer wieder mit Vorschriften und anderen Aktionen gegenseitig Knüppel zwischen die Beine werfen, hat sich Elon gedacht, ich helfe dem armen Deutschen mal und baue schnell eine Fabrik für tolle E-Autos.

Also erwarb er unweit von Berlin ein Grundstück und ließ mit der Abholzung beginnen, was sofort die Grünen auf den Plan rief. Die Rodung wurde gestoppt.

Jedoch: Es handelt sich nicht um einen Wald, sondern um eine Nutzholz-Plantage. Die Bäume waren eh dafür vorgesehen, zu Möbeln und Brennholz verarbeitet zu werden.

Stattdessen werden bei uns alte, natürlich gewachsene Wälder abgeholzt, um Windräder aufzustellen. Damit diese den Strom erzeugen, den wir für die E-Autos brauchen, die gar nicht erst gebaut werden können.

Willkommen in Beklopptistan!

Ich habe mich jetzt der DGIA angeschlossen, der Deutschen Gesellschaft der Intelligenz-Agnostiker. Wir glauben, dass es die deutsche Intelligenz gibt, aber der Nachweis ist leider nicht möglich.


Vorsätze-Check

Februar 3, 2020

Die ersten Wochen des neuen Jahres sind ins Land gezogen. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Eigentlich ist das Jahr gut angelaufen. In Australien hat es angefangen zu regnen. Sie haben es sicherlich bemerkt, die Lage dort ist zwar immer noch dramatisch, aber da es jetzt weniger brennt, wird auch weniger – bis gar nicht – berichtet.

Der Klima-Gipfel in Davos ist angelaufen. Auch Greta ist dort – und viele ihrer prominenten Anhänger, die eigens mit ihren Privatjets angeflogen sind, um sie im Kampf gegen das Klima zu unterstützen … ach ne, gegen den Klimawandel. Das war’s.

Auch persönlich scheint es bei einigen Menschen gut zu laufen. Zum Beispiel bei Robert Habeck, der von unserer Presse seit neuestem als „Politik-Gigant“ gefeiert wird, weil er die Rede von Blondschopf Donald für „das Dümmste, was er jemals gehört hat“ hielt. Anscheinend war er nie im Bundestag anwesend, wenn jemand von der AfD eine Rede gehalten hat. Aber wenn ein 2. Vorsitzender einer Oppositionspartei im Bundestag auf eine Stufe mit dem Präsidenten der mächtigsten Nation der Erde gestellt wird? Das ist ein Erfolg. Respekt!

Und bei Ihnen persönlich? Wie sieht es aus? Halten die Vorsätze noch? Oder sind die meisten schon abgearbeitet?

Haben Sie weniger geraucht oder gar aufgehört? Löblich!

Nie wieder Alkohol? Kommen Sie, das will doch eigentlich keiner. Ich hab mir sagen lassen, dass dieser Vorsatz meist nur bis zur nächsten Party hält, also eigentlich überflüssig ist.

Ich habe eine Kollegin, die das mit den Vorsätzen ganz geschickt gelöst hat, zumindest mit einem. Sie fängt erst zum Februar mit dem Sport an. Das hat den Vorteil, dass die meisten Schnupper-Verträge mit Beratungsstunde und Selfies an der Hantelbank und dem Crosstrainer schon durch sind und man selbst wieder nahezu ungestört trainieren kann.

Mehr Sport war auch mein Vorsatz für das Jahr. Ich hab da schließlich noch so einen ungenutzten Vertrag mit ’nem Fitness-Studio vom letzten Mal. Der ist zwar weiterhin ungenutzt, aber immerhin versuche ich, mehrmals in der Woche Schwimmen zu gehen. Manchmal scheitert es am Dienstplan, aber meistens klappt es.

So auch gestern. Ganz in Ruhe zog ich meine Bahnen, bis … Ja, bis auf einmal eine Gruppe Kinder die Halle stürmte, ins Wasser sprang und eine übermotivierte Trainerin einen Haufen kleiner Bälle ins Wasser warf, die die Kinder einsammeln sollten.

Vorbei war das ruhige Ziehen von Bahnen. Die Bälle breiteten sich immer weiter aus und trieben kurz darauf durch das ganze Becken. Selbst ein Ausweichen oder Schwimmen im Zickzack half nicht mehr, denn immer wieder tauchte vor einem ein Junge oder Mädchen auf, bemüht sich einen der Bälle zu holen.

Okay!, dachte ich. Bevor du jetzt deinen zweiten Vorsatz, dieses Jahr niemanden zu töten, brichst, hörst du lieber auf. Morgen ist auch noch ein Tag.

Sie mögen diesen zweiten guten Vorsatz vielleicht übertrieben finden, weil man nicht so einfach daher geht und einem das Genick bricht, nur weil das Gesicht nicht gefällt oder das von diesem Menschen gesprochene Wort. Aber die Möglichkeit hätte jeder und manche machen das sogar. Deswegen, finde ich, sollte dieser Vorsatz auf keiner Liste fehlen. Ich habe diesen Vorsatz seit über 10 Jahren auf meiner Liste. Es funktioniert! Probieren Sie es aus!

Es ist für jeden ein positives Erlebnis, das einen auch mit Glücksgefühlen überschütten kann, wenn man zum Ende des Jahres zu sagen vermag: „Hab ich mir vorgenommen! Hab ich mich auch dran gehalten!“

Ihre Mitmenschen freut das sicherlich auch.

Meine dritte Intention Anno 2020, mich allgemein verständlicher auszudrücken, werde ich am Ende des ersten Drittels vom zweiten Quartal evaluieren. Bis dahin werde ich versuchen, innert eines intensiven Personality-Coachings meine Ideologie disloziert zu verbalisieren, bis das Feedback der Interaktionspartner einen positiven Duktus einnimmt.

Hä?

Also ich werde mich fürderhin bemühen, verständlicher zu schreiben. Zum Beispiel auf Facebook, damit auch Grün-Ideologen verstehen, was ich meine – oder AfD-Wähler.

Und natürlich auch Sie, liebe Leser. Schließlich möchte ich Sie auch weiterhin mit Anekdoten, Bonmots oder gar ganzen Geschichten erfreuen.


Ein Blick zurück – und voraus

Januar 6, 2020

Schon wieder neigt sich ein Jahr zum Ende. Mir kommt es vor, als sei es gestern gewesen, als Erzengel Claudia mit der Lyra mir ein Liedchen geträllert hat. Aber es liegt schon elfeinhalb Monate zurück. Wie schnell die Zeit vergeht.

Damals wurde mir schnell bewusst, dass Claudia nur eine Vision war. Und heute überlege ich, ob das gesamte Jahr ein Jahr voller Visionen war oder ob das wirklich alles passiert ist?

Geprägt war das Jahr von großer Hysterie rund um das Klima. Es wandelt sich. Und die Experten sind sich einig: Der Mensch ist schuld. Deshalb hält man uns das ganze Jahr vor, dass wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern müssen. „Mach das Licht hinter dir aus!“ „Verbanne die Plastiktüte!“ „Fahre elektrisch!“ „Hör auf zu atmen!“

Okay, die letzte Forderung ist natürlich übertrieben, aber atmen produziert CO2. Das können wir nicht verleugnen. Somit sind Haustier-Besitzer per se Klimakiller. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gipfelte es in der Forderung, wir sollten – für das Klima – auf das Kinderkriegen verzichten. Kinder haben in etwa die Öko-Bilanz eines SUV!

Dabei sind Kinder unsere Zukunft, oder? Fridays for future: Kinder schwänzen freitags die Schule für eine sauberere Zukunft. Sie fordern uns auf, es besser zu machen, denn sie werden es nicht können. Das dazu nötige Schulwissen war immer freitags dran.

Greta, die Initiatorin der Bewegung ist um die halbe Welt gesegelt, um uns zu fragen: „How dare you?“ Wie konnten wir es wagen? Wie konnten wir nur eine Welt erschaffen, in der ihr genau das möglich ist? Zu Zeiten Magellans oder Kolumbus‘ hätte sie als Mädchen nicht mal die Chance gehabt, Schiffsjunge zu werden. Wäre heute kein Problem, aber anderes Thema!

Während ich diese Zeilen schreibe (am 3. Advent) ist sie auf dem Weg nach Hause – mit der Deutschen Bahn. Heilig Abend wird sie vermutlich in der Bahnhofsmission Bielefeld feiern.

Aber genug davon. Es gab noch andere tolle Dinge in diesem Jahr.

70 Jahre Grundgesetz haben wir gefeiert – und endlich den Endsieg über Europa. In einer beispiellosen Schangel-Aktion gelang es Mutti aus der Uckermark, Flinten-Uschi zu Miss Europa mutieren zu lassen: Präsidentin der EU-Kommission! Im Nachklapp ernennt sie Landtagsputze Gretel zur Verteidigungsministerin.

Während Mutti weiter in politischer Agonie zittert, Uschi ihre neue Kommission für verdiente Freunde aufpustet und Gretel recht zweifelhafte Ansichten über Demokratie und Meinungsfreiheit absondert, versenkt unser be-Scheuer-ter Verkehrsminister 700 Millionen Euro Steuergelder in ein Maut-System, dass von vorn herein zum Scheitern verurteilt war.

Das alles ficht uns jedoch nicht an. Wir machen uns lieber Gedanken über die Zukunft Englands und ob Donald Trump tatsächlich das Zeug für einen Politiker hat. Wenn ich das nicht jeden Tag lesen würde, auch nachdem ich mir gerade den kleinen Zeh am Türrahmen gebrochen habe, ich hielte es wieder für Visionen.

Das Jahr 2019 war irgendwie komisch beziehungsweise schräg. Wie wird da erst 2020 werden? Besser! Schlimmer kann es ja eigentlich nicht kommen, oder?

Es wird Wachstum geben – bei den Sondermüll-Deponien. Kassenbons aus dem Thermodrucker sind kein Altpapier. Ein Umstand, den man der Groko vielleicht hätte erklären sollen, bevor sie diese dämliche Pflicht einführten. Aber dafür gibt es weniger Plastikmüll, weil Tüten, Strohhalme und andere Kleinteile inzwischen verboten sind. Für alles gibt es also einen Ausgleich.

Großbritannien wird endlich die EU verlassen können. Dafür spaltet sich Schottland von Großbritannien ab und tritt der EU bei. Erstmal als Netto-Empfänger, bis sich herumgesprochen hat, dass man mit schottischem Whisky alles besser ertragen kann und der Laden endlich brummt.

Die Mindestrente ist beschlossen und wird dann hoffentlich 2020 auch eingeführt – für alle, auch für die, die eigentlich mehr kriegen sollten.

Trotzdem blicke ich positiv in die Zukunft. Ich habe zwei Urlaubsreisen für 2020 geplant. Und solange ich nicht pro Flug 20 ha Wald anpflanzen muss, wird es schon nicht so schlimm werden. Außerdem kenne ich viele nette Menschen, mit denen ich gerne zusammen bin. Sie hoffentlich auch? Vielleicht höre ich auf, Nachrichten zu schauen und Zeitungen zu lesen. Ich kenne Menschen, die dadurch viel gelassener sind.

Nur eines bereitet mir Kopfschmerzen: Ich habe letztens geträumt, dass Modern Talking sich wieder zusammenfindet und mit Helene Fischer eine neue Version von „Last Christmas“ einstimmt. Ab November überall im Radio. So schlimm wird es hoffentlich nicht kommen!


Warum es in Europa bald keine Weihnachten mehr geben wird

Dezember 4, 2019

Irgendwo in einer Amtsstube in Brüssel.

Erzählen Sie mal, Herr Claus. Wieso wollen Sie jetzt plötzlich eine Überfluggenehmigung für das europäische Festland?“

Das ist nur eine reine Vorsichtsmaßnahme. Seitdem im letzten Jahr diese wirre Blondschopf in den USA dachte, ich sei ein russisches Spionageflugzeug und Raketen auf mich abfeuern ließ, möchte auf Nummer sicher gehen, dass mir das hier nicht passiert.“

Aber warum wollen Sie überhaupt Europa überfliegen?“

Na, um die Kinder zu beschenken!“

Wie viele Kinder haben Sie denn?“

Ich? Hohoho!“, lachte Santa Claus. „Ich habe keine Kinder. Ich beschenke alle Kinder!“

Und das in einer Nacht? So schnell ist doch kein Flugzeug der Welt!“

Aber mein Rentier-Schlitten! Und ein bisschen Magie ist auch dabei. Es ist schließlich Weihnachten.“

Das heißt, Ihre Rentiere müssen die ganze Nacht ihren Schlitten ziehen? Schon mal was von Tierschutz gehört?“

Aber die machen das doch gerne!“

Das sagen Sie. Mit den europäischen Tierschutzgesetzen ist das auf jeden Fall nicht vereinbar.“

Wie soll ich denn sonst die Geschenke zu den Kindern bringen? Ich habe nur diesen Schlitten.“

Das ist natürlich ein Problem. Apropos Geschenke: Sie übergeben die persönlich?“

Natürlich nicht. Das würde doch viel zu lange dauern. Nein, ich schleiche mich in die Häuser und …“

Moment! Sie schleichen in die Häuser?“

So sagte ich das, ja!“

Das ist Hausfriedensbruch!“

Aber irgendwie muss ich doch die Geschenke unter den Tannenbaum legen können“, erwiderte Santa.

Unter welche Tannenbäume?“

Die, die die Hausbewohner zu Weihnachten im Wohnzimmer aufstellen!“

Gefällte Bäume im Wohnzimmer aufstellen! Und das in Zeiten des absoluten Klimaschutzes? Geht gar nicht! Und solche Umweltsünder beschenken Sie auch noch?“

Die Bäume werden doch extra für dieses Fest angepflanzt“, entgegnete Santa.

Was noch viel schlimmer ist. Wissen Sie denn nicht, dass in diesen Plantagen die Böden versauern? Da wächst nichts anderes mehr.“

Einige steigen ja schon um auf künstliche Bäume, aus Plastik“, sagte Santa kleinlaut.

Aus Plastik? Sind die wahnsinnig? Da müssen wir uns über die Vermüllung unserer Meere nicht mehr wundern!“

Die werden doch wieder verwendet.“

Ja, natürlich. Sie glauben auch an den Weihnachtsmann, oder?“

Äh, ich bin der Weihnachtsmann!“

Ja, ne! Is‘ klar!“

Aber denken Sie doch an die Kinder …“, begehrte Santa Claus auf.

Ich fasse nochmal zusammen: Sie sind ein Tierquäler und Hausfriedensbrecher, der die Kinder von Umweltsündern beschenken möchte, richtig?“

Äh …“

Das haben wir gerade gemeinsam festgestellt, oder?“

Na ja, ich meine …“

Ich sag Ihnen was: Kaufen Sie sich ein Elektroauto und klingeln Sie in Zukunft an den Haustüren, wie jeder andere Paketzusteller auch. Und wenn keiner aufmacht, geben Sie die Geschenke beim Nachbarn ab. Dann brauchen Sie auch keine Überfluggenehmigung, sondern nur eine Arbeitserlaubnis. Und dafür bin ich nicht zuständig. Guten Tag!“

Und so wird es kommen, dass das Weihnachtsfest der europäischen Bürokratie zum Opfer fällt – falls man es nicht vorher abgeschafft hat, weil …


Ein Zeichen setzen!

November 4, 2019

Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe in einem Irrenhaus. Bewohnt von hysterischen Menschen, die reflexartig zu jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit Floskeln wiederholen. Und die, die das abstellen könnten, also quasi die behandelnden Ärzte, haben offenbar vergessen, selbst ihre Medikamente zu nehmen.

Der Donald ist gerade dabei, seine GIs aus Syrien abzuziehen. Das nimmt der Irre vom Bosporus nun zum Anlass, den Genozid an den Kurden zu vollziehen. Und was passiert hier? Ein Aufschrei! „Wir müssen ein Zeichen setzen gegen den Krieg!“

Unsere Führung beschließt, künftig keine Waffenexporte in die Türkei mehr zu genehmigen. Die bereits genehmigten werden natürlich geliefert. Hä? Was ist das denn für eine Moral?

Leute, so ein Geschäft kann man auch stornieren!

Aber die Waffen sind zum Teil ja schon gebaut, der Rest in Auftrag gegeben.“

Dann gebt sie der Bundeswehr! Ich hab gelesen, die hätten Probleme mit ihrer Ausrüstung.

Vor einigen Tage lief ein irrer Psychopath durch Halle und wollte mit selbstgebauten Waffen eine Synagoge überfallen. Das hat er zum Glück nicht geschafft, aber zwei Menschen sind ihm dennoch zum Opfer gefallen.

Und wieder geht ein Aufschrei durch das Land: „Wir müssen ein Zeichen setzen gegen Rechts!“

Ich weiß nicht, ob das nur mir so geht, aber ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass wir diese Zeichen andauernd setzen? Nach dem Mord an dem Regierungspräsidenten Walter Lübke, nach den NSU-Morden, nach den Wahlsiegen der AfD im Osten und, und, und …

Irgendwie erscheint mir „Zeichen setzen!“ nicht das richtige Instrument zu sein.

Vor einigen Wochen forderte ein knödelnder Sänger, der schon lange in London lebt, man müsse der Gesellschaft ihre Meinung „diktieren!“ Und die Presse jubelt. Liebe Presse, diktieren und Diktatur haben nicht nur zufällig den gleichen Wortstamm! Schon mal darüber nachgedacht? Für mich ist das übrigens auch ein Zeichen. Leider kein gutes!

Aber ich will nicht unfair sein. Natürlich wird auch etwas getan. Die Bundesregierung will jetzt beschließen, dass der Datenschutz aufgeweicht wird, dass die Netzüberwachung auch auf Gaming-Portale ausgeweitet wird. Und Beleidigung im Internet soll härter bestraft werden.

Fehlt da nicht noch was? Richtig. Diesmal musste ich jedoch vier Tage warten, bis Frau Krampf-Knarrenbauer es endlich ausgesprochen hatte: „Wir müssen das Waffenrecht verschärfen!“

Das ist genau mein Humor! In Deutschland sterben zwei Menschen durch eine illegal beschaffte Waffe, die durch eine Verschärfung des Waffenrechts immer noch illegal ist, und in Syrien sterben Tausende Kurden durch legal verkaufte deutsche Waffen.

Stellen Sie sich mal vor, ein Satiriker käme auf eine solche Idee. Dem würde doch das Publikum weglaufen.

Auch zu anderen Themen werden bei uns Zeichen gesetzt, für die Umwelt beispielsweise oder das Klima.

Nach Greta und „Fridays for future“ macht nun eine neue Gruppierung auf sich aufmerksam: Extinction Rebellion! In einer weltweiten Aktion wurden in vielen großen Städten Hauptverkehrsknoten oder -adern besetzt und über Stunden blockiert. Dabei gab man sich fröhlich und ausgelassen. Es wurde gesungen, geklatscht, stellte allerlei Kleinkunst zur Schau oder drehte sich einfach wie ein bekifftes Känguruh in einem Steinkreis.

Was für ein Zeichen! Allein auf dem Berliner Alexanderplatz war es 11,5 Kubikmeter groß! Soviel Sperrmüll hatten die Jungs und Mädels den Berliner Stadtwerken bereits am ersten Tag ihrer Aktion hinterlassen. Alles für das Klima!

So etwas verwirrt mich. Ich bin angehalten, meinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, soll weniger oder besser noch gar kein Fleisch essen. Ich soll mein Plastik nicht ins Meer schmeißen, obwohl ich gar nicht am Meer wohne, und CO2 einsparen durch weniger Autofahren.

Angesichts dieser Berliner Aktion bin ich überfordert. Was ist richtig? Was ist falsch?

Doch Hilfe naht durch unsere Bundesregierung und ihr Klimapaket. Mutti hat es wie immer gerichtet: Das Paket spart zwar nicht eine einzige Tonne CO2 ein, aber es generiert Geld. Geld, das man dann in wichtige Projekte stecken will. Ich hätte da sogar zwei Ideen: Polizei und Justiz. Mehr Personal und bessere Sachausstattung. Dann müsste man nicht immer nur ein Zeichen gegen Rechts setzen – man könnte auch etwas tun.


Vollmond

September 30, 2019

Es ist Samstag, Mitte September. Noch einmal eine laue Sommernacht, die dazu einlädt, den Abend im freien zu verbringen, mit Freunden zu grillen oder in einem Biergarten zu sitzen. Und es ist Vollmond. Ich habe Nachtdienst in der Notruf-Annahme.

Erfahrungsgemäß ist eine solche Nacht mit allerlei Kuriositäten gespickt. Mal wird man gebeten, die akustische Raumüberwachung aus Bielefeld herunter zu drehen, damit die Kopfschmerzen weggehen, oder ein alter Mann brüllt einem ins Ohr, dass er Anzeige gegen die deutsche Ärzteschaft und die Bundesrepublik Deutschland wegen Freiheitsberaubung erstattet, weil man ihn nicht aus Psychiatrie entlässt.

Dabei beginnt dieser Dienst recht harmlos. Gegen 20 Uhr meldet sich eine Dame, die berichtet, dass sie möglicherweise gerade den Absturz einen Passagierflugzeuges beobachtet habe. „Das ist so steil runter gekommen! Das kann nur abgestürzt sein!“, behauptet sie mit fester Stimme. Ein Anruf beim Flughafen gibt Entwarnung: Es ist nichts passiert.

Nur eine halbe Stunde später meldet sich eine Dame bei mir, die in der südlichen Region Hannover drei abstürzende Asteroiden beobachtet hat. Mein Zögern veranlasst sie sofort zu der schnippischen Bemerkung: „Sie glauben mir wohl nicht!“

Eilig versichere ich ihr, dass ihre Beobachtung durchaus möglich sei.

Und heute morgen habe ich in der Zeitung gelesen, dass eine solche Beobachtung meldepflichtig ist!“, konterte sie.

Wenn das jetzt meldepflichtig ist, denke ich, warum wurde das nicht gebrieft? Was hat die Polizei damit zu tun? Und wo ist eigentlich mein Aluhut?

Okay!“, sage ich. „Ich gebe das sofort an die zuständigen Behörden weiter!“

Nur wer ist zuständig? BKA? BND? Deutsche Flugsicherung oder gar Angela Merkel? Donald Trump? Mir sagt ja in diesem Laden keine Sau was!

Kurz darauf belästigen zwei angetrunkene Spacken ein junges Mädchen in der Fußgängerzone. Natürlich will sie nicht gehen, sie hat schließlich ein Recht darauf, sich in der Fußgängerzone aufzuhalten und es ist meine Aufgabe, ihr das zu ermöglichen. Ja, ne! Is‘ klar!

So muss der Mythos vom Werwolf entstanden sein, schießt es mir durch den Kopf: Ein unrasierter Zottel im Zustand „Verlust der Muttersprache“ steigt im fahlen Schein des Vollmonds einer jungen Blondine nach. Aus ihrer hysterischen Erzählung zu Hause klöppelt ein findiger Verwandter einen erfolgreichen Horrorroman.

Der nächste Anrufer meldet mir eine Verkehrsunfallflucht. Jemand habe ihm den Spiegel abgefahren. Das Kennzeichen des anderen habe er sich natürlich gemerkt. Sein Fahrzeug habe er an der Oper geparkt und es wäre nett, wenn die Kollegen mal vorbeischauen könnten.

Okay!“, sage ich. „Ich schicke Ihnen ein Fahrzeug und Sie machen bitte auf sich aufmerksam, wenn Sie den Streifenwagen sehen.“

Wie? Auf mich aufmerksam machen?“, fragte der Anrufer. „Ich bin doch gar nicht an meinem Auto. Ich muss doch jetzt Party machen!“

Dass für eine Anzeigenerstattung seine persönliche Anwesenheit erforderlich ist, wollte er nicht verstehen. Wir könnten doch einfach mal schauen und er käme morgen vorbei, um da irgend so einen Zettel zu unterschreiben.

Da noch mehrere Anrufer in der Leitung warteten, bat ich ihn, morgen eine Wache mit seinem Fahrzeug aufzusuchen. Dann werde man seine Anzeige aufnehmen und unterbrach das Gespräch.

Und dann beschwerte sich einer über eine laute Party am Ententeich. Da Ententeich keine offizielle Bezeichnung für ein Gewässer in seinem Ort ist und es auch mehrere Teiche zur Verfügung standen, fragte ich ihn nach seiner Adresse, um den Ort des Geschehens einzugrenzen.

Die Straße, die er mir nannte, fand mein Rechner nicht, was ich ihm auch sagte.

Eyh, ich wohn‘ hier schon seit ich klein bin!“, antwortete er.

Die folgende Diskussion beendete ich schließlich mit der Aufforderung, mir die Meldeadresse auf seinem Personalausweis vorzulesen, was er auch tat und kommentiert: „Komisch ich dachte immer, die Straße heißt anders.“

Ob er jemals Ware aus einem Versandhaus erhalten hat? Ich weiß es nicht.

So geht es die Nacht weiter. Nach 12 Stunden kognitiver Ausfälle wird mir eines klar: Die Menschheit wird definitiv untergehen!

Plötzlich fange ich an, darüber nachzudenken, ob es überhaupt noch Sinn hat, seinen Müll zu trennen?


Im Lande der Schnappatmer

September 2, 2019

Können Sie sich noch an Ihre letzte unbeschwerte Unterhaltung erinnern? Also nicht nur Small-Talk sondern richtig – so mit Meinungsaustausch! Einfach mal hart an der Sache! Am Ende mit den typischen Beleidigungen: „Penner! Nichtsnutz! Dummkopf!“ Aber dann gab es noch ein Bier für beide, und die Welt war schön.

Heute? Heute darf man eine Meinung haben, man muss nicht, aber man darf. Und oftmals sollte man keine haben, jedenfalls keine abweichende.

Wer heute eine abweichende Meinung äußert, ist mindestens Nazi, wenn nicht sogar konservativer FDP-Wähler, quasi so eine Art Donald Erdogan Wladimir Un I. von Gottes Gnaden, Premierminister von England. Oder einfach nur Anhänger von Christian L., was schlimm genug sein soll.

Neulich klagte jemand sein Leid in einer Facebook-Gruppe, dass schändliche Individuen seine Tasche mit Leergut von seinem Fahrrad geklaut hätten. Dabei war er nur kurz ins Haus gegangen, um seinen Enkel zu holen. Von dem Erlös des Leerguts wollte er sich eigentlich Lebensmittel holen.

Nun mag man über diesen Vorfall denken, was man möchte. Mieses Pack! Oder: Gelegenheit schafft halt Diebe! Das darf man alles denken – aber bitte nicht äußern.

Da schrieb jemand dazu: „Unser Land und die Menschen verändern sich. Raub und Gewalt nehmen zu!“

Es war kein Raub, es war bloß ein Diebstahl.

Aber es dauerte nur wenige Minuten bis eine Dame reagierte:

Schnapp-schnapp!

Willst du etwa behaupten, die Ausländer seien Schuld?“

Und das meine ich. Man muss gewisse Worte heute nicht mehr aussprechen. In diesem Fall reichte ein Allgemein-Platz, um den Schreiber gleich in die „richtige!“ Ecke zu drängen. In der folgenden Diskussion fehlte eigentlich nur noch der grün-gewandete Kapuzen-Verein, der sich aufmacht, um das Haus dieses schändlichen Außenseiters abzufackeln. Als Exempel! Schließlich sind wir alle Demokraten – also sei gefälligst unserer Meinung!

Bei einer anderen Gelegenheit, fragte eine Lokalität in Hannover auf ihrer Social-Media-Präsenz, was man denn von den neuen E-Rollern hält, die jetzt vermehrt in den Städten zum Leihen aufgestellt werden?

Ich hab noch überlegt! Reagierst du jetzt da drauf? Mach es nicht!, hat mein Verstand geschrien! Zu spät. Die ersten Sätze waren schon geschrieben. Und ich erinnerte an die gute alte Zeit, als der Mensch noch einen Fuß vor den anderen gesetzt hat, um gehenderweise ans Ziel zu kommen. Heute muss es E(lektro) sein, damit man sein ökologisches Gewissen beruhigen kann. Und Abends fährt man mit dem SUV ins Fitness-Studio, um auf einem elektrischen Laufband zu gehen!

Schnapp-schnapp!

Einen so dummen Früher-war-alles-besser-Kommentar habe er noch nicht gelesen, schrieb jemand in den Antworten. Ich sei halt zu alt und habe die Entwicklung verschlafen.

Zugegeben. Bei „Fridays for Future“ gehe ich nicht mit. Ist nicht meine Altersgruppe. Es wäre auch purer Stress für mich, alle zwei Minuten einem Teilnehmer zu sagen: „Wenn du schon für die Klimarettung bist, dann bring deinen Sch…-Pappbecher auch zum nächsten Mülleimer!“

Aber so bin ich halt zu alt, darf nicht mehr mitreden. Wahrscheinlich rettet mich das sogar, denn wenn ich mitreden wollte, wären irgendwann Greenpeace-Aktivisten auf meinem Dach, um das Transparent „Öko-Sau!“ über meinem Balkon auszurollen, weil ich rauche, nicht konsequent darauf achte, dass Papier in der Mülltonne nichts zu suchen hat und Plastikbehälter nicht mit Spülmittel und Heißwasser auf das Recycling vorbereite.

Schnapp-schnapp!

Schnapp-schnapp!

Oder weil ich einfach nur eine eigene Meinung habe – mich vielseitig informiere und noch nicht vergessen habe, was meine Naturwissenschaftslehrer mir beigebracht haben. Physik, Chemie, Biologie = Zusammenhänge!

Schnapp-schnapp!

Der will uns was von Tatsachen erzählen!“ – „Er hat Jehowa gesagt!“ – „Spalter!“

Also hören wir lieber den Grünen zu, die der Meinung sind, dass „Kobold“ ein wichtiger Bestandteil von Batterien und das Stromnetz ein Speicher ist.

Aber Vorsicht: 21 ist nur die halbe Wahrheit!

Schnapp-schnapp!

Übrigens: Schnapp-Atmung war früher ein rein pulmologisches Problem – heute mehr ein psychologisches.


Lebenselixier

August 5, 2019

Jeder hat diese eine Person im Bekanntenkreis, die da sagt: „Oh! Für einen richtig guten Tee, könnte ich sterben.“

Abgesehen davon, dass dieser Satz völlig sinnbefreit ist, frage ich mich jedesmal: Was stimmt mit diesen Menschen nicht? Um etwas Gutes zu bekommen, gleich sterben, heißt doch nichts anderes, als es nicht genießen zu können. Und dann auch noch für Tee?

Für einen guten Kaffee könnte ich töten!“ Ja! So hat der Satz einen Sinn! Und morgens muss der Kaffee noch nicht mal gut sein – Hauptsache, es ist Kaffee!

Vor einiger Zeit hatte ich mich dazu überreden lassen, einen sogenannten „nachgezogenen Frühdienst“ zu machen – ein Frühdienst, bei dem man drei Stunden später anfängt und vier Stunden später aufhört. Bekloppt – ich weiß! Aber was tut man nicht alles, um seine Vorgesetzten zufrieden zu stellen.

Ich stehe also kurz vor Dienstbeginn in der Küche und werfe die Senseo an, da kommt ein Kollege rein, guckt mich an und sagt: „Gute Idee! Ich glaube, ich mach mir auch mal ’nen schönen Kaffee.“

Wir unterhalten uns weiter und beiläufig erwähnt der Kollege, dass das sein erster Kaffee heute sei. Da wäre mir meiner fast aus der Hand gefallen. Der hat schon drei Stunden Dienst hinter sich gebracht, ohne einen einzigen Kaffee zu trinken? Wie ist der überhaupt hierher gekommen? Ich hab schon zwei Kaffee getrunken, bevor ich losgefahren bin. Ohne morgendlichen Kaffee würde ich noch nicht mal meine Wohnungstür finden – von innen!

Bei den jetzigen sommerlichen Temperaturen fragte mich neulich ein Kollege: „Wie kannst du dir bei diesem Wetter nur so’n heißes Zeug in den Balg schütten?“ Dieser Kollege hat Kaffee definitiv nicht verstanden!

Außerdem schütte ich nicht – ich genieße!

Leider gibt es auch Kritiker dieses wunderbaren Lebenselixiers. Die hauen solche Sätze raus wie: „Zuviel Kaffee ist ungesund!“ Aber das wusste schon Paracelsus: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

Da war ich sehr froh, dass vor kurzem eine neue Studie über Kaffee veröffentlicht wurde, die in ihrem Kern folgende Aussage trifft: Bis zu 25 Tassen Kaffee am Tag, schaden der Gesundheit nicht!

Das nimmt den Kritikern den Wind aus den Segeln. Und 25 Tassen Kaffee am Tag schaffe selbst ich nicht. Dann wäre bei mir auch der Eichhörnchen-Modus erreicht: Auf Zack, andauernd in Bewegung, aber ich vergesse ständig, was ich eigentlich machen wollte!

Bei aller Liebe zum Kaffee, jeden Trend mache ich dennoch nicht mit. „Coffee to go“ zum Beispiel finde ich ganz grausam. „Coffee to sit“ ist viel besser. Wie gesagt: Ich will mir das Getränk nicht rein schütten, sondern in jedem Zug genießen. Okay, nicht in jedem. Der Kaffee der Deutschen Bahn ist ungenießbar!

Und bei einem dieser amerikanischen Pappbecher und Plastikdeckel-Verschwender kriegt man einen Chai-Vanille-Latte mit gerösteten Curcuma-Samen für 8,- Euro, der bestenfalls so schmeckt, als hätte er mal neben einem richtigen Kaffee gestanden. Also wirklich, muss das sein?

Oder kennen Sie Kobi Luwak? Das ist eine Kaffeesorte aus Indonesien und wahrscheinlich die teuerste der Welt. Da wird die Kaffeebohne zunächst von einer bestimmten Affenart gefressen und durch die Verdauungsenzyme fermentiert. Ich bin ja schon froh, dass man den Affen erst einmal die Gelegenheit gibt, die Bohne wieder auszuscheiden, und nicht den Affen mit der Bohne in die Kaffeeemühle … Möchte ich gar nicht dran denken.

Und wie müssen die Menschen drauf sein, die die Köttel dieser Affen aufsammeln und da die Bohnen wieder raus … Oder hauen die die Bohnen mit den Kötteln in die Mühle? Nicht drüber nachdenken! Für den Geschmack kommt der Mensch ja auf die komischsten Ideen.

Fair Trade Kaffee ist auch so eine neumodische Erscheinung, an die die Menschen glauben. Der Kaffeebauer bekommt 20 bis 50 Cent mehr für den Sack Bohnen, und wir zahlen 2,- Euro mehr pro Pfund. Geil, oder? Wir werden verarscht und dem Kaffeekonzern ist das völlig Latte, weil er mehr Kohle macht. Absolut fair, sowohl für den Bauern als auch für den Verbraucher.

Und neulich fand ich in einem Supermarkt „Bio-Kapselkaffee“! Was ist an Kaffeekapseln umweltverträglich? Sind die Kapseln aus Öko-Plastik? Oder aus Bio-Aluminium? Aber es ist egal. Der Kunde, der Mensch, kauft das. Weil da „Bio“ drauf steht und der Verbraucher an sich doof ist! Darauf mache ich mir erst einmal einen Kaffee – aber diesmal mit Schuss!


Grüße aus dem Irrenhaus

Juni 3, 2019

Mal wieder Nachrichten geschaut. Sollte man das tun? Ich weiß es nicht, aber ich wollte erfahren, ob es außer dem Klimawandel noch andere weltbewegende Themen gibt. Aber aus der Glotze schaut mich Greta mit traurig-zornigen Augen an. Das Bild wechselt. Der einsame Eisbär, der es seit den 80ern nicht von seiner Scholle geschafft hat, treibt durch das Bild. Im Hintergrund liest Claus Kleber mit brüchiger Stimme vor, dass eine Million Tierarten vom Aussterben bedroht sind – als Folge des Klimawandels.

Eigentlich nichts neues. Der Club of Rome hat uns schon in den 70er Jahren versprochen, dass die Hälfte aller Tierarten bis 2010 ausgestorben sein wird. Jetzt haben wir 2019. Und was ist passiert? Inzwischen tauchte ein Meeresforscher auf den Grund des Marianengrabens und entdeckt zwei neue Tierarten. So wird das nichts! Immerhin hat er auch eine Plastiktüte gefunden. Das macht Hoffnung.

Äääähhh – Moment!

Nein. Natürlich müssen wir etwas tun. Es kann so nicht weiter gehen, denn wir leben über unsere Verhältnisse und schaden unserer Umwelt.

Das Monster unserer Zeit ist das CO2, ein unsichtbares Gas, dass zu 0,038% in unserer Atmosphäre dümpelt, wovon 96% natürlichen Ursprungs aus den Weltmeeren stammt. Ich will jetzt nicht die alte Rechnung aufmachen, wie viel Anteil an der Atmosphäre wir überhaupt beeinflussen, wenn wir unseren CO2-Ausstoß reduzieren (und an China verkaufen). Nein, ich bleibe beim allgemeinen Konsens, dass wir unseren CO2-Ausstoß reduzieren müssen.

Nur wie? Auf das Auto kann ich leider nicht verzichten. Ich arbeite viel nachts und am Wochenende – wenn unsere Straßenbahnen ihren Betrieb extrem eingeschränkt haben. Unter der Woche und am Tage nutze ich natürlich das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs.

Und dazu kommt gerade die persönliche Katastrophe: Seit einigen Tagen ist unser Aufzug defekt und meine CO2-Bilanz im Ar… Wir wohnen im fünften Stock. Das ist nicht witzig, liebe Leser! Man lacht nicht über Dicke!

Also das mit dem CO2 und dem Klima überlasse ich dann lieber anderen, zum Beispiel unserer Jugend. Die haben schon bewiesen, dass sie es können. Am Freitag, dem 3. Mai, marschierte „Friday for future“ durch die deutschen Innenstädte. Unter anderem hatte ein Mädchen ein Pappschild mit der Aufschrift: „Oma! Zeig mir einen Schneemann!“ dabei. Samstag, den 4. Mai, fuhr vielerorts der kommunale Räumdienst durch die Gegend, um die Straßen zu pökeln.

Geht doch!

Während in China ein Kohlekraftwerk nach dem nächsten aus dem Boden gestampft wird, haben Umweltaktivisten und Berufsdemonstranten in Deutschland den Hambacher Forst gerettet. Hambi! Ein klitzekleines Wäldchen am Rande eines Braunkohleabbaus. Aber ein Riesensymbol für die Umwelt- und Klimaschützer. Dass RWE am anderen Ende des Abbaugebietes bereits das Mehrfache wieder aufgeforstet hat – völlig irrelevant.

Dass in Deutschland 2018 die dreifache Fläche des Hambi an Wald gerodet wurde, will auch keiner wissen. War ja auch für den guten Zweck der CO2-Vermeidung. Dort hat man Windräder aufgestellt! Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen: Anstatt die Pflanzen, die CO2 verarbeiten und in lebenswichtigen Sauerstoff verwandeln, zu erhalten, werden sie umgeholzt, um CO2-vermeidende Windräder zu installieren. Krass!

Jetzt kann mir so ein Öko-Verfechter gerne vorrechnen, dass ein Windrad mehr CO2 vermeidet, als das kleine Stückchen Wald, das es braucht, verarbeiten kann. Aber der lässt wieder den Brasilien-Faktor außer acht.

Das ist hip und machen unsere Europa-Grünen auch. Einer ihrer Slogans lautet: „Wer die Welt retten will, muss auf dem eigenen Kontinent anfangen.“ Deswegen ist es für sie auch nur dezent relevant, dass für europäische CO2-Vermeider hektarweise brasilianischer Urwald brandgerodet wird. Die neuen Balsaholz-Plantagen sind eben zwingend notwendig für Windräder.

Das konnten wir früher schon. Für den Bioethanol! Plantagen auf Borneo und Sumatra. Das muss der Orang-Utan verstehen. Wir wollen die Welt retten! Also weiche von uns! Stirb endlich aus, so wie es der Club of Rome gesagt hat! Ist doch für einen guten Zweck. Und für Nutella!

Inzwischen glaube ich, dass das Klima gar nicht unser Problem ist. Unser Problem ist der Fachkräftemangel – vor allem in der Politik. Wenn wir den beseitigt haben … ich möchte da gar nicht drüber nachdenken.


Gruß an Lise

April 3, 2019

Irgendwo im Nirgendwo.

Kann mir mal einer erklären, was das soll?“

Krachend flog ein Stapel Zeitungen auf den Tisch.

Was denn?“, fragte der Sekretär zurück. „Ich kann da nichts erkennen, was Sie so aufbringen könnte. Da steht doch nichts über Sie!“

Eben. Das ist es doch. Keine Sau spricht oder schreibt mehr über mich. Und das schon seit Wochen. Nicht der kleinste Störfall.“

Das wird schon wieder, Chef. Keine Bange.“

Das wird schon wieder, das wird schon wieder“, äffte der Chef nach. „Was soll denn werden?“ Er nahm eine Zeitung auf. „Greta Thunberg und Friday for future! Seitenweise lassen die sich über diese skandinavische Göre aus. Klimaschutz! Da könnte ja jeder kommen.“

Kommt ja auch!“

Genau! Alle kommen da hin, weil sie dann nicht zur Schule müssen. Und dann hinterlassen sie ihren Müll auf der Straße. Wollen das Klima retten, aber kriegen ihr eigenes Zimmer nicht sauber. Ha! Da lob ich mir meine Gegner von früher. ‚Nein, Danke!‘, haben sie gerufen. Das waren wenigstens noch Demonstranten mit Überzeugung. Mit rußendem Bulli sind die überall hingefahren, um gegen mich zu sein.“

Aber man hat die nicht für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, so wie Greta“, versuchte der Sekretär einen Einwand.

Man hat was?“

Na, man möchte der Greta den Friedensnobelpreis überreichen. Äh, ist aber auch nur ein Vorschlag.“

Greta!“, kochte der Chef. „Greta! Dann gebt den doch der von der Leyen!“

Äh? Wieso jetzt der? Die ist doch Verteidigungsministerin.“

Eben! Und in diesem Amt hat sie es immerhin geschafft, fast eine komplette Armee außer Gefecht zu setzen – ohne auch nur einen Schuss abzugeben. Das ist preiswürdig. Mehr kann man nicht für den Frieden tun. Aber doch nicht mit Klima. Als ob man das so genau beeinflussen kann.“

Führende Wissenschaftler behaupten zumindest, dass …“

Führende Wissenschaftler? Das sind Klimatologen, die Betonung liegt auf den letzten beiden Silben. Die berechnen anhand irgendwelcher Modelle, was so gar nicht eintreffen kann, weil sie immer irgendwas außer acht lassen. Das ist keine Wissenschaft.“

Aber das Klima verändert sich doch“, begehrte der Sekretär auf.

Das macht es schon seit Millionen von Jahren!“

Wieder wühlte der Chef im Zeitungsstapel und zog ein Blatt hervor.

Hier genau das gleiche: Tote durch Feinstaub!“

Ja, das ist schlimm“, sagte der Sekretär. „Da muss am Diesel dringend nachgebessert werden.“

Bist du jetzt völlig bescheuert geworden?“

Wieso?“

Das sind virtuelle Tote!“

Ach, die leben noch?“

Nein! Die hat es nie gegeben. Die sind nur auf dem Papier tot, weil man da wieder zwei völlig unterschiedliche Dinge statistisch in einen Topf geworfen hat. Tod durch Diesel, ha! Wie lange muss ich wohl an einem Auspuff schnüffeln, bis ich tot umfalle?“

Äh, Moment – Euro 4 oder Euro 5?“

Also, bitte … Und schau hier!“ Wieder fischte er eine Zeitung hervor. „Kaminöfen und Kerzen produzieren Feinstaub. Werden jetzt auch verteufelt. Dabei machen die Menschen schon seit zigtausend Jahren Feuer. Verdammt! Ich war mal das Arschloch der Nation. Nicht mal eine Riesenherde furzender Kühe war so schlimm wie ich. Und jetzt? Alles aus!“

Aber in Fukushima haben Sie doch ordentlich …“

Das war das Wasser, der Tsunami, du Honk. Ich hab gar nichts.“

Aber die Grünen sagen doch …“

Ja die sagen immer alles mögliche. Ich sag‘ dir: Wenn das so weiter geht, dann sind die eines Tages für mich. Windkraft tötet Vögel! Windkraft tötet Insekten! Baut Atomkraftwerke – die sind klimaneutral! Mein Gott, nicht auszudenken!“