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	<description>Der allgemeine Wahnsinn von der heiteren Seite betrachtet</description>
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		<title>2012</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 11:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Aftershowparty]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Emmerich]]></category>
		<category><![CDATA[Weltuntergang]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Neujahrmorgen, 16 Uhr! Nachdem dieses heimtückische Ding namens Wecker meiner satanischen Rache zum Opfer gefallen ist, tappe ich durch das Trümmerfeld, das einmal meine Wohnung gewesen ist, in Richtung Kaffeemaschine. Zwischen Bergen von Tellern und Dutzenden Gläsern steht sie, lächelt mich an als wolle sie sagen: &#8222;Schalte mich ein! Ich werde dich beleben.&#8220; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=83&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es ist Neujahrmorgen, 16 Uhr! Nachdem dieses heimtückische Ding namens Wecker meiner satanischen Rache zum Opfer gefallen ist, tappe ich durch das Trümmerfeld, das einmal meine Wohnung gewesen ist, in Richtung Kaffeemaschine. Zwischen Bergen von Tellern und Dutzenden Gläsern steht sie, lächelt mich an als wolle sie sagen: &#8222;Schalte mich ein! Ich werde dich beleben.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Und tatsächlich: Nachdem der erste Duft nach frisch gebrühtem Kaffee durch die Wohnung zieht, belebt sich mein Geist. So langsam erkenne ich, dass das Trümmerfeld eigentlich noch bewohnbar ist. Es sieht halt nur aus, wie nach einer langen Party. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nach den ersten Schlucken beginne ich mit dem Aufräumen und denke über den gestrigen Abend/heutigen Morgen nach. Nebenbei pinne ich ein Memo an mich selbst an den Kühlschrank: &#8222;Wecker kaufen! Wichtig!!!&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ja. Es war eine ganz normale Party gewesen, bis Günther das Gespräch auf das Jahr 2012 brachte.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Das ist das Jahr, in dem die Erde untergeht!&#8220;, hatte er gesagt.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Betretenes Schweigen breitete sich im Raum aus. Eigentlich war Günther kein Verschwörungsfan oder Esoterik-Spezi. In Erwartung einer größeren Diskussion holte ich schnell noch mehr Getränke aus dem Kühlschrank.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Wie kommst denn da jetzt drauf?&#8220;, fragte Nicole.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Hast du nicht diesen Film 2012 von Roland Emmerich gesehen?&#8220;, fragte Günther. &#8222;Am 21. 12. 2012 endet die Welt. Dann läuft der Kalender der Maya ab und alles ist aus. Die wussten schon damals, was kommt.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Du spinnst!&#8220;, sagte ich. &#8222;Das ist ein Film. Wie Independence Day.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Ne, ne&#8220;, erwiderte Günther. &#8222;Das stimmt schon so. Ich hab mich damit beschäftigt. Irgendwas wird am 21. Dezember passieren. Und nichts ist mehr so, wie es vorher war. Selbst Nostradamus kannte dieses Datum und hat das Ende des Dritten Weltkriegs vorausgesagt. Und du weißt ja sicherlich auch, was Einstein zum Dritten Weltkrieg gesagt hat.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Das ist mir alles zu unausgegoren&#8220;, erwiderte ich.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Es gibt aber auch ernst zu nehmende Ansätze&#8220;, warf Horst in die Diskussion ein. &#8222;Angeblich haben ja Wissenschaftler festgestellt, dass sich das Magnetfeld der Erde umpolen wird. Was das für Auswirkungen hat, weiß keiner. Auch die Auswirkungen des Photonengürtels, in den wir dann vollends eintreten, weiß keiner. Und außerdem steigen die Sonnenaktivitäten stetig an.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Und am Ende kommt ein großer Asteroid und löscht alles Leben aus&#8220;, entgegnete ich. &#8222;Wie damals bei den Dinosaurieren.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Als hätte ich damit ein Stichwort gegeben, begann nun die Diskussion in die unmöglichsten Untergangsvisionen abzuschweifen. Aus dem Asteroiden wurde eine Flotte blutrünstiger Aliens, die in der harmlosesten Variante nur die enttäuschten Nachfahren der Götter der Mayas darstellten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Irgendwer warf dann noch ein, dass es ja tatsächlich einen Parallel-Erde geben könnte, die auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne die gleiche Umlaufbahn wie unser schöner Planet zieht, aber in etwa einem halben Jahr derart an Geschwindigkeit verliert, dass wir unweigerlich mit dieser zusammenprallen müssten. Ja, ne! Is&#8217; klar!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ich schüttele den Kopf über den Unsinn, den wir uns da im alkholgeschwängerten Geist ausgemalt hatten. Mit einem Lächeln auf den Lippen räume ich weiter die Gläser vom Tisch und finde schließlich den Zettel mit dem Ausdruck einer Facebook-Seite: Weltuntergang mit anschließender Aftershowparty! Beginn 21. 12. 2012, 0.00 Uhr. Aftershowparty ab 3.00 Uhr. Darunter steht handschriftlich: &#8222;Wir nehmen teil!&#8220; Und alle haben unterschrieben.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ist ja ein cooles Programm. Elvis, Michael Jackson, Amy Winehouse und viele andere Stars werden auftreten. Verlockend. Vor allem, wenn man nicht mehr klar denken kann.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Und so&#8217;n Weltuntergang hat ja auch seine Vorteile, gerade kurz vor Weihnachten. Da muss ich mir den Einkaufsstress beispielsweise nicht mehr geben. Die Umtauschaktionshektik zu Beginn des nächsten Jahres fällt ebenfalls weg. Und die Neujahrsansprache unseres sprechenden Hosenanzugs aus der Uckermark bleibt einem auch erspart, genauso wie die Weihnachtsansprache des Präsidentendarstellers.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Also liebe Leser, auch scheinbar negative Dinge haben immer eine positive Seite. Das Memo „Wecker kaufen!“ nehme ich wieder ab. Für das letzte Jahr ist so ein Gerät völlig überbewertet. Da sollte man alles gelassener sehen. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gelungenen Start ins Neue Jahr und viel Erfolg. Und vielleicht treffen wir uns tatsächlich am 21. 12. auf dem Highway to Hell. Wenn nicht, lesen Sie in der Januar-Ausgabe 2013 wieder von mir.</span></p>
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		<title>Horst kauft ein</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 10:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist jedes Jahr das gleiche. Kaum ist der letzte Monat des Jahres angebrochen, verfallen die Menschen in hektische Betriebsamkeit. Das große Fest steht vor der Tür und dafür muss einiges vorbereitet und vor allem eingekauft werden. Da wundert es nicht, dass die Straßen und Geschäfte in den Städten vor Überfüllung fast zu platzen drohen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=78&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es ist jedes Jahr das gleiche. Kaum ist der letzte Monat des Jahres angebrochen, verfallen die Menschen in hektische Betriebsamkeit. Das große Fest steht vor der Tür und dafür muss einiges vorbereitet und vor allem eingekauft werden. Da wundert es nicht, dass die Straßen und Geschäfte in den Städten vor Überfüllung fast zu platzen drohen. Und allen, die sich da tummeln ist offensichtlich eines gemeinsam: eine gewisse Gereiztheit. Nur einer nahm dieses Chaos zunächst mit Gelassenheit: Horst Kruschinsky.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ich traf ihn neulich am Hauptbahnhof. </span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Hallo, Horst!“, sprach ich ihn an. „Na? Auch Weihnachtseinkäufe machen?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Hallo, Mike! Ja, natürlich. Muss ja sein.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Genau, einmal muss man sich diesem Stress aussetzen.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Wieso Stress?“, fragte Horst verwundert. „Das ist doch kein Stress, wenn man sich vernünftig vorbereitet.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Wie hast du dich denn vorbereitet?“, wollte ich wissen.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Sieh mal!“ Horst zog einen Zettel aus der Tasche. „Das ist mein Einkaufsplan. Den habe ich gestern ausgearbeitet.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Neugierig begann ich zu lesen:</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">09.52 Uhr: S-Bahn nach Hannover.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">10.30 Uhr: Kaufhof, Parfümabteilung</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">10.50 Uhr: Kaufhof, Spielwarenabteilung …</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Minutiös hatte Horst jeden einzelnen Posten aufgeführt.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Da kann gar nichts schiefgehen“, strahlte er.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ich weiß ja nicht &#8230;“ wandte ich zögernd ein.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Du, ich hab da gestern vier Stunden recherchiert. Alle durchschnittlichen Einkaufszeiten aus dem Internet rausgesucht. Diese dann mal zwei genommen und noch &#8216;nen kleinen Zuschlag oben drauf. Wirst schon sehen. Klappt bestimmt. Ich hab ja sogar die durchschnittliche Verspätung der Bahn eingerechnet und jetzt schon fünf Minuten gewonnen.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Von denen du schon drei verplappert hast.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Bleiben immer noch zwei Minuten. Also, ich wünsch dir was“, sagte Horst. „Ich muss dann los.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Etwa eine Stunde später hatte ich meine ersten Einkäufe erledigt. Ich beschloss, bei einem Tässchen Glühwein zu entspannen und schaute mir amüsiert das hektische Treiben der Menschen an. Plötzlich spritzte Horst an mir vorbei.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Na, Horst?“, rief ich hinterher. „Läuft alles?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Keine Zeit“, rief er abgehetzt. „Der Zeitplan, du weißt schon.“ Sprach&#8217;s und tauchte in der Menschenmenge unter.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">War die Planung doch zu eng gewesen? </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Zwei Stunden später traf ich ihn noch einmal beim Buchhändler. Tippelnd stand er in der Schlange vor der Kasse. Die Einkaufstaschen wechselten immer wieder nervös von einer Hand in die andere.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Alles klar, Horst?“, fragte ich.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Später, Mike“, murmelte er gehetzt. „Später! Ich muss mich sputen.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Offenbar hatte ihn nun doch der Stress gepackt. Es machte mich neugierig, ob er seinen Plan würde einhalten können. Da ich wusste, dass er um 16 Uhr mit der Bahn zurückfahren wollte, beschloss ich, am Bahnhof auf ihn zu warten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es wurde allerdings 17 Uhr. Aber war das wirklich Horst, der mir da entgegen kam? Einkaufstaschen hatte er keine dabei. Die Haare zerzaust und mit gehetztem Blick rannte er über den Ernst-August-Platz.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Was ist denn mit dir los?“, fing ich ihn ab.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es … es ist nicht zu fassen“, stammelte er. „Der Plan war fast perfekt.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Das glaub ich gern. Aber wo sind die Geschenke, die du eingekauft hast?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Geschenke? Was für Geschenke?“ Das Flackern in seinen Augen steigerte sich.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Die du vorhin noch hattest.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ach die!“ Horst schluchzte auf. „Die hab ich nicht mehr. Kein einziges.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Was ist passiert?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der Zeitplan. Ich wollte mich ja genau dran halten. Doch plötzlich war ich schon dreißig Minuten über der Zeit. Das hat mich gestresst. Und dann tauchte dieser Weihnachtsmann auf.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Welcher Weihnachtsmann?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der in der Ernst-August-Galerie. Rief immer &#8216;Ho, ho, ho! Fröhliche Weihnachten!&#8217; Und dann bimmelte er andauernd mit seiner Glocke. Hat mich total nervös gemacht. Als es in diesem einen Laden das Parfüm für Helga nicht mehr gab, hab ich wohl rot gesehen.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Mehr war aus Horst nicht rauszukriegen. Auf dem Weg zur Bahn murmelte er nur noch: „Aber der Plan war gut.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Am nächsten morgen prangte folgende Schlagzeile auf der ersten Seite der Presse: Weihnachtsmann mit Einkaufstaschen verprügelt! Dem Bericht der Zeitung nach war ein offensichtlich geistig verwirrter Mann mit den Worten „Ich geb dir gleich Weihnachten!“ auf einen kostümierten Angestellten der Galerie zu gestürmt. Anschließend schlug der Mann mit seinen Einkaufstaschen zu. Dabei hatte er immer wieder „Hier hast du fröhlich!“ gerufen. Mit den Worten „Nie wieder Weihnachten!“ hatte sich der Mann anschließend seiner Taschen entledigt und war geflohen.</span></p>
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		<title>Ruhestörung</title>
		<link>http://mschliekau.wordpress.com/2011/10/31/ruhestorung/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 12:17:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarn]]></category>
		<category><![CDATA[Party]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Leser, beim letzten Mal habe ich mich über den „guten Nachbarn“, der mit seinem Ordnungssinn andere in den Wahnsinn treiben kann, ausgelassen. Es existiert aber noch eine zweite Kategorie Nachbarn, die in der Beliebtheitsskala ihrer Mitmenschen in etwa gleichauf mit Kopfschmerzen oder einer Diarrhoe liegen. Es sind Menschen, die ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis an den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=75&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Liebe Leser, beim letzten Mal habe ich mich über den „guten Nachbarn“, der mit seinem Ordnungssinn andere in den Wahnsinn treiben kann, ausgelassen. Es existiert aber noch eine zweite Kategorie Nachbarn, die in der Beliebtheitsskala ihrer Mitmenschen in etwa gleichauf mit Kopfschmerzen oder einer Diarrhoe liegen. Es sind Menschen, die ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis an den Tag legen und gegen jede Art von Geräuschbelästigung vorgehen. Solche Leute beziehen beispielsweise ein Haus neben einem Stadion und verklagen spätestens nach dem ersten Heimspiel die Liga auf Abbruch der Saison. Man konnte ja nicht ahnen, dass da auch außerhalb des Stadions was zu hören ist.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">So eine Dame hatte ich neulich am Telefon.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Sie müssen hier unbedingt vorbeikommen. Der Lärm nebenan vom Schulhof ist unerträglich. Die spielen da Fußball, was ja gar nicht erlaubt ist. Und außerdem ist es schon nach 20 Uhr.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Also fuhr ich mit einem Kollegen in die besagte Straße, um mir vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Der Schulhof war wie leergefegt. Weit und breit war niemand zu sehen. Vor allem niemand, der dort Fußball spielte. Damit schien für uns der Auftrag erledigt zu sein, doch bevor wir wieder in den Streifenwagen einsteigen konnten, wurden wir von der Anruferin aufgehalten.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Warum brauchen Sie eigentlich immer so lange?“, rief sie uns aufgebracht anstatt eines Tagesgrußes entgegen.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Guten Abend“, erwiderte ich freundlich. „Sie hatten uns angerufen?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Natürlich. Das ist ja unerträglich hier. Dieser ganze Lärm. Und das auch nach Schulschluss.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nun ja“, sagte ich. „Ich kann Sie zwar verstehen, aber irgendwo müssen die Kinder ja hin. Gibt ja sonst nichts hier im Ort. Und nach der neuen Gesetzeslage, verursachen Kinder ja auch keinen Lärm.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Hören Sie mal“, erboste sich die Dame. „Sie sehen doch dieses Schild hier!“ Dabei deutete sie in Richtung Eingang des Schulhofes. „Der Schulhof darf ab 20 Uhr nicht mehr betreten werden. Und wie sie unschwer erkennen können, darf hier auch kein Fußball gespielt werden. Und außerdem sind das keine Kinder, das sind Jugendliche.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Aber nun sind sie doch weg. Jetzt ist es gerade Viertel nach. Da muss man doch nicht so kleinlich sein.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Doch, muss man!“, erwiderte die Dame. „Wehret den Anfängen, sage ich immer. Aber ich hab ja auch schon meinen Anwalt eingeschaltet. Der wird die Stadt verklagen, dass der Schulhof früher geschlossen wird. Ich mein&#8217;, das wär&#8217; ja alles kein Problem, wenn die Jungs hier Drogen nehmen würden, wie woanders auch. Dann sind sie wenigstens ruhig.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Verblüfft schaute ich die Dame an. „Das ist doch jetzt nicht Ihr ernst, oder?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ist es! Und nun will ich meine Ruhe haben. Auf Wiedersehen!“ Sprachs und eilte auf ihr Haus zu.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Gegen 23 Uhr meldete sich die Dame noch einmal auf der Wache.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Und?“, fragte ich. „Sind schon wieder welche auf dem Schulhof?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nein, nein“, antwortete sie. „Diesmal sind es die Nachbarn. Die haben da irgend &#8216;ne Party. Und es ist unerträglich laut.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Haben Sie denn schon mal mit denen gesprochen?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ich? Nein, hab ich nicht! Mit denen kann man auch nicht reden.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ach, so ist das. Dann werden wir das wohl übernehmen müssen.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Aber es wäre nett, wenn Sie meinen Namen nicht erwähnen. Das gibt nur unnötigen Ärger“, sagte die Dame zum Abschied am Telefon.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Zum wiederholten Male fragte ich mich, warum Menschen nicht in der Lage sind, mit ihren Mitbürgern zu reden? Inzwischen scheint es eine der Hauptaufgaben der Polizei geworden zu sein, sozial-kommunikative Defizite unserer Mitmenschen auszugleichen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Seufzend machte ich mich noch einmal mit meinem Kollegen auf den Weg.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Bei den Nachbarn war tatsächlich Party. Aus dem Haus war Musik zu hören. Nicht übermäßig laut, aber immerhin war es zu hören. Nach mehrmaligem Klingeln wurde uns geöffnet und ein verwunderter Hausherr starrte uns an.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Gibt es ein Problem, Herr Wachtmeister?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Offensichtlich“, antwortete ich. „Sonst wären wir nicht hier.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Was ist denn los, Friedbert?“, fragte eine Frau aus dem Hausflur.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Die Polizei ist hier, Helga“, rief er nach hinten. „Sind wir zu laut?“, fragte er mich dann.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Zumindest fühlt man sich in der Nachbarschaft gestört“, sagte ich.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Das kann doch gar nicht sein“, wunderte sich Helga. „Die Nachbarn sind doch alle hier. Die haben wir doch extra eingeladen.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Warte mal“, unterbrach Friedbert seine Frau. „Die Meiersche von nebenan ist doch vor zwanzig Minuten gegangen, oder nicht?“ Und an mich gewandt fragte er: „Das war die doch, oder?“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Mit einem Lächeln schaute ich an die Decke. Ich sollte den Namen ja nicht erwähnen.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Das hat ein Nachspiel!“, rief Helga.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Das war zu befürchten. Bleibt zu hoffen, dass Friedbert und Helga die Angelegenheit ohne uns regeln können. Angesichts der Nachbarin hatte ich da allerdings meine Zweifel. Die Zukunft wird es zeigen. Für heute blieb nur noch die Frage offen, warum man sich von Menschen einladen lässt, mit denen man angeblich sowieso nicht reden kann?</span></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Der gute Nachbar</title>
		<link>http://mschliekau.wordpress.com/2011/10/04/der-gute-nachbar/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 02:57:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Blockwart]]></category>
		<category><![CDATA[Falschparken]]></category>
		<category><![CDATA[Hausmeister]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarn]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt eine bestimmten Sorte Menschen, die mag ich nicht mehr: Nachbarn! Also nichts gegen meine hier im Haus. Von denen sehe und höre ich nichts. Sie sind anders als Horst, der immer, wenn er in Erscheinung trat, eine Katastrophe heraufbeschwor, wobei er aber jedes Mal noch etwas liebenswürdiges an sich hatte. Nein, die Nachbarn, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=73&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es gibt eine bestimmten Sorte Menschen, die mag ich nicht mehr: Nachbarn! Also nichts gegen meine hier im Haus. Von denen sehe und höre ich nichts. Sie sind anders als Horst, der immer, wenn er in Erscheinung trat, eine Katastrophe heraufbeschwor, wobei er aber jedes Mal noch etwas liebenswürdiges an sich hatte.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nein, die Nachbarn, die ich meine, sind eigentlich leicht zu erkennen. Unter anderem am Kissen auf der Fensterbank des strategisch günstigsten Fensters der Wohnung. So ist es ihnen möglich, in alt hergebrachter Blockwart-Manier die wichtigsten Gegebenheiten vor dem Haus zu überwachen: das Halteverbot auf der Straße, den Fahrradabstellplatz und vor allem die Mülltonnen des Hauses.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Erst neulich hatte ich wieder so einen am Telefon. </span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Sie müssen hier unbedingt einen Streifenwagen herschicken. Hier parkt einer, wo er gar nicht darf und blockiert damit den ganzen Garagenhof.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Was ist denn das für ein Fahrzeug?“, fragte ich. „Und haben sie sich vielleicht schon mal das Kennzeichen notiert?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Weiß ich nicht!“, kam es zurück. „Das Kennzeichen hab ich auch nicht. Aber der gehört hier nicht her, das weiß ich ganz bestimmt!“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ich machte mich mit einem Kollegen auf den Weg, um an Ort und Stelle nach dem Rechten zu schauen. An der angegebenen Adresse wurden wir jedoch nicht fündig. Kein Fahrzeugführer hatte es gewagt, sich in einer Halteverbotszone oder gar vor einer Ausfahrt abzustellen. Der Anrufer erwartete uns allerdings schon vor der Haustür und führte uns auf den großzügig ausgebauten Garagenhof des Mehrfamilienhauses. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Eigentlich hätten wir den Einsatz schon jetzt abbrechen können, denn grundsätzlich sind wir für falsch abgestellte Fahrzeuge auf Privatgrundstücken nicht zuständig. Aber auf der anderen Seite gehört es auch zu unseren Aufgaben, dem Bürger in allen möglichen Situationen behilflich zu sein.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Auf dem Hof fanden wir tatsächlich einen Wagen mit ortsfremden Kennzeichen vor, der an der vorletzten Garage abgestellt war. </span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Sehen Sie“, sagte Nachbar Adlerauge, „aus der letzten Garage komm ich gar nicht mehr raus mit dem Auto.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ein Grinsen konnte ich mir kaum noch verkneifen, denn auf dem Hof war soviel Platz, dass man die letzte Garage bequem mit einem 7,5-Tonner hätte erreichen können. Aber darum ging es dem guten Nachbarn gar nicht, wie ich gleich feststellen durfte.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ja, müssen Sie denn jetzt wegfahren?“, fragte ich ihn.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ich? Nein! Wieso? Ich mein ja nur, dass, wenn ich jetzt aus der Garage raus fahren müsste.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Die hintere Garage ist also Ihre?“, fragte ich weiter.</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Wieso meine? Was soll ich denn mit einer Garage?“, erwiderte Adlerauge verwundert. „Ich hab doch gar kein Auto.“ Er drehte sich um und zeigte zur Hofausfahrt. „Aber sehen Sie mal, da vorn steht ein Schild, das das Parken auf dem Hof verbietet.“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Inzwischen hatte mein Kollege eine Halterfeststellung veranlasst und kam mit entsprechenden Personalien zu uns. „Der Wagen gehört einem gewissen Herrn Mehnert.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ach!“, rief Adlerauge. „Das ist bestimmte der Sohn von der alten Frau Mehnert, 2. OG links.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Dann ist ja alles geklärt“, sagte ich. „Wenn der Wagen wirklich jemanden stören sollte, können Sie ja kurz bei Frau Mehnert klingeln, damit Sohnemann das Auto umparkt.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Wieso sollte ich das?“, fragte Adlerauge zurück. „Was geht mich die olle Mehnert an?“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Okay“, lenkte ich ein. „Auf der anderen Seite können Sie natürlich als Hausmeister für die Durchsetzung der Hausordnung sorgen und den Wagen abschleppen lassen.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Als Hausmeister?“ Adlerauge sah mich verwundert an. „Ich bin doch hier nicht der Hausmeister. Das ist der Krause, Hochpaterre, Mitte. Ich hab damit nichts zu tun. Ich schau hier nur nach dem Rechten. Einer muss das ja machen!“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ach, so ist das“, entgegnete ich lächelnd. „Dann sind wir hier wohl fertig. Wir können als Polizei auf einem Privatgrundstück nichts machen. Deshalb werden wir uns jetzt wieder in den öffentlichen Verkehrsraum begeben, um dort nach dem Rechten zu schauen.“ Augenzwinkernd fügte ich noch hinzu: „Einer muss das ja machen!“</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Adlerauge richtete sich auf und ließ seine Brust vor Stolz anschwellen: „Also hier in der Straße brauchen Sie nicht mehr zu schauen. Hier seh ich immer nach dem Rechten.“</span></p>
<p>„<span style="font-family:Arial,sans-serif;">Das habe ich mir fast gedacht“, sagte ich. „Hier sind wir wirklich überflüssig.“ Die Frage, was Adlerauge vor zwei Tagen gemacht hatte, als in dieser Straße mehrere Fahrzeuge aufgebrochen worden waren, verkniff ich mir. Verstanden hätte er es wahrscheinlich nicht. Schließlich waren es ja nicht seine Autos. Dennoch war ich mir sicher, dass ich nicht das letzte Mal mit Adlerauge zu tun gehabt hatte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, irgendwann mal jemanden besuchen und unbedingt auf dem Garagenhof parken wollen, bestellen Sie den Abschlepper gleich selbst. So können Sie dem guten Nachbarn eine Freude bereiten und sparen sich unnötigen Ärger. Wer weiß? Vielleicht werden Sie so sogar zu einem gern gesehenen Fremden. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Derrick, CSI und andere Irrtümer</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 10:22:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Cobra 11]]></category>
		<category><![CDATA[CSI]]></category>
		<category><![CDATA[Derrick]]></category>
		<category><![CDATA[Realität]]></category>

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		<description><![CDATA[Es scheint eine unumstößliche Tatsache zu sein: Was im deutschen Fernsehen gezeigt wird, entspricht der Realität. Es muss wahr sein! Nicht umsonst erfreuen sich solche Sendungen wie &#8222;Frauentausch&#8220;, &#8222;Mitten im Leben&#8220; und ähnliche Formate einer nicht zu brechenden Beliebtheit. Schließlich zeigen sie das reale Leben. Dass es sich hierbei lediglich um eine &#8222;skriptet reality&#8220;, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=70&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es scheint eine unumstößliche Tatsache zu sein: Was im deutschen Fernsehen gezeigt wird, entspricht der Realität. Es muss wahr sein! Nicht umsonst erfreuen sich solche Sendungen wie &#8222;Frauentausch&#8220;, &#8222;Mitten im Leben&#8220; und ähnliche Formate einer nicht zu brechenden Beliebtheit. Schließlich zeigen sie das reale Leben. Dass es sich hierbei lediglich um eine &#8222;skriptet reality&#8220;, die nur unwesentlich von der Wirklichkeit getrübt wird, handelt, überliest der geneigte Zuschauer nur allzu gern.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Doch auch Spielfilme oder Serien sind dem deutschen Michel derart realistisch, dass er glaubt, das wahre Leben läuft in ähnlichen Bahnen ab. Schon vor Jahren endete ein Dialog wie der folgende mit einem erstaunten Gegenüber:</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Sie sind bei der Polizei? Was haben Sie denn für einen Dienstgrad?&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Ich bin Hauptkommissar!&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Ach! Dann sind Sie ja bei der Kriminalpolizei!&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Nein, bei der Schutzpolizei. Ich fahre Streife.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Noch größer ist die Verblüffung, teilt man dem Gegenüber mit, dass es nicht der eigenen Erfüllung entspricht, die meiste Zeit seines Dienstes am Schreibtisch zu sitzen und Akten zu wälzen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Liebe Leserinnen und Leser, auch wenn es schockiert, aber ich muss hier einfach mal aufklären: Mit großen Augen hinter violett getönten Brillengläsern fragend durch die Gegend rennen, um nach 40 Minuten mit einem Geistesblitz einen Mord aufzuklären, konnte nur Horst Tappert alias Derrick. Vielleicht auch nur, weil er nie den Wagen holen musste. Mit kriminalistischem Gespür oder Sachverstand hat das nichts zu tun, eher mit dem Sendeformat.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der Schutzpolizist hat in Wirklichkeit eine breite Palette von Aufgaben, die ihm so manches Mal einiges abverlangen. Er ist nicht dazu da, sinnlos dekorativ neben einem Streifenwagen zu stehen, bei dem überflüssigerweise noch das Blaulicht eingeschaltet ist. Und den Kaffee kann sich der &#8222;Herr Kommissar&#8220; selbst holen!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Auch das andere Extrem des Ermittlers entspricht nicht der Realität. Deutsche Kommissare springen nicht aus fliegenden Hubschraubern auf fahrende Busse. Genauso wenig haben wir jede Woche die Explosion eines Tanklastzuges auf deutschen Autobahnen zu beklagen. &#8222;Cobra 11&#8243; ist zwar ein schönes Lehrstück über deutsche Stuntmen-Kunst, mehr aber nicht!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es sind aber nicht nur deutsche Serien, die der Normalbürger als realitätsnah einstuft, auch amerikanische Fernsehserien werden inzwischen als der Realität entspringend aufgefasst. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">So hatte ich vor einiger Zeit das Vergnügen einen Tatort aufzunehmen, an dem bei einem Hausneubau die frisch eingebauten Fenster mittels Spaxschrauben zerkratzt wurden. Dem angehenden Hauseigentümer war natürlich schon bei Entdecken der Tat klar, dass der Täter nur im Kreise seiner lieben Nachbarschaft zu suchen war, mit der er schon beim Kauf des Grundstückes im Clinch gelegen hatte.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Stolz präsentierte er mir die beiden Tatwerkzeuge: zwei Spax-Schrauben, 3,5 x 40 mm, die auf einer Fensterbank lagen. &#8222;Sehen Sie mal, Herr Wachtmeister. Damit haben die offensichtlich meine Scheiben zerkratzt. Ich hab die auch nicht angefasst! Die liegen noch so da, wie ich sie gefunden habe.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Artig holte ich meine Digitalkamera hervor, um die Auffindesituation zu dokumentieren. Als ich die Schrauben dann in einer kleinen Beweissicherungstüte verstaute, begann der Geschädigte sogar ein wenig zu strahlen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Wenn Sie von den Schrauben die Fingerabdrücke genommen haben, finden Sie den Täter bestimmt ganz schnell&#8220;, meinte der Geschädigte dann.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Tja, wenn das mal so einfach wäre&#8220;, entgegnete ich.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Natürlich!&#8220;, sagte der Mann. &#8222;Ich hab das doch schon ein paar Mal im Fernsehen gesehen. Da bedampfen die sowas mit so&#8217;nem komischen Zeugs und vergleichen dann den Abdruck mit ihrer Computerdatei.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><em>Ach ja, das liebe Fernsehen, </em>dachte ich. <em>Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als diesen Enthusiasmus ein wenig zu dämpfen.</em></span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Die haben da auch nur einen Fall gleichzeitig zu lösen. Und ich muss Ihnen leider sagen, dass das CSI Langenhagen derzeit damit beschäftigt ist, Reifenspuren auf einem plattgefahrenen Straßenkater zu sichern.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;CSI Langenhagen?&#8220;, fragte der Mann. &#8222;Wollen Sie mich jetzt auf die Schippe nehmen? Sowas gibt&#8217;s doch gar nicht!&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Eben!&#8220;, antwortete ich. Als ich ihm dann noch erklärte, dass es nahezu unmöglich ist, mit einer dreieinhalb Millimeter breiten Fingerspur, die zudem noch von einem Schraubgewinde abgenommen wurde, einen Treffer zu landen, wurde er ganz kleinlaut. Aber zumindest hatte ich ihn überzeugen können, dass nicht alles stimmt, was der Flimmerkasten hergibt.</span></p>
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		<title>Typisch deutsch</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 08:39:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Brite]]></category>
		<category><![CDATA[Bus]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; Vor einiger Zeit fand sich in einer großen deutschen Boulevard-Zeitung ein Artikel über die Angst der Engländer, zu sehr deutsch zu sein. Historisch gesehen stammen die meisten ihrer Vorfahren aus dem hiesigen Raum, der heute Deutschland ausmacht, was der natürlichen Abneigung der Inselbewohner gegen uns &#8211; die es offiziell eigentlich gar nicht gibt &#8211; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=68&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Vor einiger Zeit fand sich in einer großen deutschen Boulevard-Zeitung ein Artikel über die Angst der Engländer, zu sehr deutsch zu sein. Historisch gesehen stammen die meisten ihrer Vorfahren aus dem hiesigen Raum, der heute Deutschland ausmacht, was der natürlichen Abneigung der Inselbewohner gegen uns &#8211; die es offiziell eigentlich gar nicht gibt &#8211; zu wider läuft. Nun dürfen die Engländer im britischen Pendant unserer Zeitung einen Test machen, um festzustellen, ob sie eher deutsch oder doch glücklicherweise mehr britisch sind.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Mir stellte sich beim Lesen dieser Meldung die Frage, was deutsch eigentlich bedeutet? Gibt es den typischen Deutschen? Wohl eher nicht. Der Urbayer kann mit einem drögen Hamburger nicht umgehen. Dem Friesen sind die allemannischen Bräuche eher suspekt. Genauso ist der schwäbische Geiz in Berlin völlig fehl am Platze.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Selbst mit der gemeinsamen Sprache hapert es. Wir haben zwar das verbindliche Hochdeutsch im Duden festgeschrieben, aber wer spricht das schon? Der Kölner hat bereits zwanzig Kilometer außerhalb seiner Stadt in der Eifel Schwierigkeiten, nach dem Weg zu fragen. Von einem Thüringer in Oberbayern will ich gar nicht erst anfangen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Fazit: Typisch deutsch gibt es eigentlich nicht! Oder doch?</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Betrachten wir mal ein Dorf in tiefster Provinz mit Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Es befindet sich also eine Bushaltestelle in dem Ort. In England sieht das so aus, dass irgendwo am Straßenrand ein Mast mit entsprechendem Schild steht. Sonst nichts &#8211; auch kein Fahrplan.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Für den Deutschen wäre dies schon mal ein Grund, sich bei den Verkehrsbetrieben per Anruf oder aber mit einem geharnischten Brief zu beschweren. Woher soll er wissen, wann der Bus kommt? Die Ruhe eines Briten, der sich einfach an die Haltestelle stellt und wartet, hat er nicht.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Führt die Beschwerde nicht umgehend zum Erfolg wendet er sich an die Presse oder gründet mindestens die Bürgerinitiative &#8222;Pro Fahrplan!&#8220;, natürlich unter Einbeziehung des örtlichen Landtagsabgeordneten, um den Forderungen mehr Gewicht zu verleihen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Dem Briten ist das egal. Er steht auch so an der Bushaltestelle. Fragt man ihn, wann der Bus kommt, wird er lapidar mit &#8222;Soon!&#8220; (zu deutsch: bald) antworten, wobei dieses &#8222;Soon!&#8220; einen Zeitraum von einer Minute bis zu drei Stunden umfassen kann. Irgendwann wird der Bus schon kommen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Geben Sie eine solche Antwort mal an einer deutschen Bushaltestelle. Im günstigsten Fall wird Sie der Fragesteller gedanklich verfluchen. Das anschließende Erscheinen eines Rettungswagens wäre aber auch nicht abwegig. Dem Deutschen verlangt es nun mal nach Präzision.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Irgendwann wird schließlich dem Druck der Bürgerinitiative nachgegeben und ein Fahrplan ausgehängt. Hat man den dazugehörigen Volkshochschulkurs erfolgreich absolviert, bereitet auch das Lesen dieses Plans keine Schwierigkeiten. So weiß der deutsche Dorfbewohner jetzt, dass der Bus planmäßig alle paar Stunden fahren müsste, und zwar genau 26 Minuten nach der vollen Stunde.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Dem Briten ist das immer noch egal. Der Bus kommt irgendwann.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">In der 27. Minute nach der vollen Stunde beginnt der Deutsche unruhig mit den Füßen zu tippeln. Verdammt! Schon wieder Verspätung.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es wird 28 nach: Nervös schaut der Deutsche auf die Uhr.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Um halb zückt er das Handy. Erst mal den Chef informieren, dass es möglicherweise später wird.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Zwei Minuten nach halb zückt er erneut das Handy und holt die Nummer seines Rechtsanwalts in den Kurzwahlspeicher. Sicher ist sicher!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der Brite zückt weder sein Handy (so etwas hat er auch gar &#8211; höchstens ein mobile phone) noch schaut er auf die Uhr. Sollte ihn etwas aus der Ruhe bringen, dann vielleicht die Tatsache, dass es schon drei Stunden nicht mehr geregnet hat, was ihn zu einem sorgenvollen Blick in den Himmel verleiten könnte.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Um fünf nach halb beginnt es tatsächlich zu regnen. Während sich der Brite über das normale Wetter freut, ist der Deutsche verärgert, weil es kein Wartehäuschen gibt. Gedanklich verfasst er eine Petition an den Bundestag, die den Erlass der BuhasteÜbdaVO, der Bushaltestellen-Überdachungs-Verordnung einfordert.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Endlich kommt der Bus. Während der Brite seelenruhig einsteigt, um die Fahrt zu seinem Zielort zu genießen, hält den Deutschen allein der Umstand einer noch größeren Verspätung von der körperlichen Züchtigung des Fahrers ab. Er wird sich auf ein paar wüste Beschimpfungen über den trödelnden Chauffeur beschränken, bevor er seinen Anwalt anruft, um mit diesem die Klage auf Verdienstausfall gegen die Verkehrsbetriebe zu besprechen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">So ist er, der Deutsche! Typisch halt!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Da muss sich der Engländer nun wirklich keine Gedanken machen, eventuell zu sehr nach seiner Abstammung zu kommen.</span></p>
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		<title>Ein Vergleich</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 10:53:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[früher]]></category>
		<category><![CDATA[heute]]></category>
		<category><![CDATA[miteinander]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, Sie kennen sicherlich diesen Spruch, der immer wieder einmal in aller Munde ist: Früher war alles besser! Gerade die älteren unter uns führen dies häufig an. Aber stimmt das wirklich? Nehmen wir einen handelsüblichen Biergarten. Heutzutage sprießen die Dinger wie Pilze aus dem Boden und so mancher hat mehr mit Bier [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=66&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Liebe Leserinnen und Leser, Sie kennen sicherlich diesen Spruch, der immer wieder einmal in aller Munde ist: Früher war alles besser! Gerade die älteren unter uns führen dies häufig an. Aber stimmt das wirklich?</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nehmen wir einen handelsüblichen Biergarten. Heutzutage sprießen die Dinger wie Pilze aus dem Boden und so mancher hat mehr mit Bier als mit Garten zu tun, aber davon abgesehen, ist eine solche Einrichtung damals wie heute ein beliebter Treffpunkt.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Früher endete zumeist der sonntägliche Familienausflug in einem Biergarten. Man war froher Dinge. Jeder kannte jeden. Man grüßte sich gegenseitig – die Herren hoben den Hut und das junge Fräulein machte artig einen Knicks. (Ich weiß, liebe Feministinnen, dass dieser Ausdruck heutzutage verpönt ist, aber früher hieß das so!) In unserer Zeit ist der Biergartenbesuch eher anonymer. Wenn ein Gruß notwendig sein sollte, dann allenfalls dem Kollegen oder Vorgesetzten, dem man eigentlich überhaupt nicht begegnen wollte, oder aber dem Knauser aus der Kneipe gestern abend, der einem noch drei Bier schuldet.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Wenn früher eine hochgestellte Persönlichkeit einen Biergarten betrat, standen die Herren auf, hoben ihren Hut und zeigten dem Manne ihre Ehrerbietung. Wenn heute ein Minister den Biergarten am Waterloo in Hannover betritt, würden wahrscheinlich auch viele Menschen aufspringen wollen. Allerdings geht es da nicht um Ehrerbietung, sondern eher darum, diesem Kerl mal gehörig und mit schlagfesten Argumenten die Meinung zu geigen. Dass niemand aufspringt, ist wohl nur den zwei bis drei grimmig dreinschauenden Bodyguards zu verdanken, die den fröhlichen Minister begleiten und am Nebentisch an einer Diät-Cola nuckeln. (Müsste ich in einem Biergarten so etwas trinken, würde ich auch grimmig gucken.)</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Früher saß also die Familie vereint an einem Tische. Der Vater trank sein Bier, Mutter ein Gläschen Wein oder Weinschorle, die Kinder hatten ihre Brause. Nebenbei wurden die mitgebrachten Stullen verzehrt. Es wurde geredet. Miteinander – nicht übereinander. Meist brachte der Vater seinen Kindern noch etwas bei, lehrte ihnen die verschiedenen Pflanzen oder Tiere, die es vom Tisch aus zu beobachten gab. Das alles ging dezent vor sich. Am Nebentisch war das Gespräch der Familie schon gar nicht mehr zu belauschen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Heute ist das nicht mehr so einfach. Vater muss sich erstmal entschieden. Trinkt er Pils, Export oder Weizen; alkoholfrei oder nicht; mit Schuss oder ohne? Die Frau studiert stundenlang die Karte, weil sie nicht weiß, ob sie lieber weißen oder roten Wein, Prosecco oder Sekt trinken soll. Oder doch lieber ein alkoholfreies Weizen mit Bananensaft? (Urghs!) Stulle auspacken geht schon mal gar nicht. Wer das wagt, ist schneller wieder draußen als er sein Bier trinken kann. Also muss man aus der Karte wählen zwischen der deutschen Currywurst, den griechischen Fleischgerichten, Mafiatorten oder dem mediterranen Salat. Vielfalt ist angesagt – und das macht es nicht leichter.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Mancher gar ist schon überfordert.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">So ist es kein Wunder, dass der Vater auch keinen Nerv mehr hat, seinen Kindern etwas beizubringen. Außerdem ist eine Unterhaltung gar nicht so einfach, denn die dezente Kapelle von damals ist schon lange durch eine watt-starke Stereoanlage mit Subwoofer und Bassbooster an jeder Ecke ersetzt worden.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Die Kinder toben lieber um Tische und Bänke, als ihrem Alten zu lauschen. Hat der Spinner ihnen doch neulich erst weiß machen wollen, dass Kühe nicht lila sind. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Kinder brauchen ihren Freiraum und der sei ihnen gegönnt. Natürlich unter den strengen Blicken der Mutter. Während der einsame Herr am Nachbartisch einen Kieselstein und die Bröckchen seiner Schneidezähne aus dem Bierglas fischt, kann es durchaus sein, dass die Mutter ermahnend ruft: „Kevin! Du weißt schon, dass du jemandem weh tun kannst, wenn du mit Steinen wirfst?“ &#8211; „Ja, Mama!“, kommt es dann zurück. Und am Nebentisch wischt sich der einsame Herr sein Bier von der Hose, nachdem er seinen umgerissenen Stuhl aufgehoben und den schmerzenden Rücken massiert hat.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Angesichts dieser Dinge mag sich so mancher fragen, ob es früher nicht doch besser gewesen ist. Ich vermag diese Frage nicht zu beantworten. Früher war es anders als heute. Wir leben nunmal im Jetzt! Das einzige, was mich wirklich stört, sind jene coolen Dressmen, die alle fünf Minuten an ihr quickendes Mist-Handy gehen müssen, um den Anrufer und der ganzen Umgebung lautstark mitzuteilen, dass sie gestern schon wieder was total tolles gemacht, gekauft, verkauft oder vernascht haben. Das nervt! Und das gab&#8217;s früher nicht!</span></p>
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		<title>Grillsaison</title>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 05:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Grill]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Saison]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mai ist da! Die Tage werden länger, es wird wärmer. Dieser Tage erfüllt sich ein ehernes Gesetz der Menschheit: Wenn es warm wird, zündet der Mann ein Feuer an! Was im vergangenen Monat noch eher halbherzig und sporadisch mit gefrorenen Resten aus dem Vorjahr von statten ging, wird nun zum samstäglichen Ritual: die Grillsaison [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=64&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der Mai ist da! Die Tage werden länger, es wird wärmer. Dieser Tage erfüllt sich ein ehernes Gesetz der Menschheit: Wenn es warm wird, zündet der Mann ein Feuer an!</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Was im vergangenen Monat noch eher halbherzig und sporadisch mit gefrorenen Resten aus dem Vorjahr von statten ging, wird nun zum samstäglichen Ritual: die Grillsaison ist eröffnet.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Dabei unterliegt das Grillen ehernen Gesetzen, die unbedingt zu beachten sind. Das wichtigste davon ist einfach formuliert: Frau hat am Grill nichts zu suchen! Mag mann ihr noch zutrauen, auf einer heißen Platte oder in einer geschlossenen Röhre ein einigermaßen schmackhaftes Mahl herzustellen, ist er sich sicher, dass dieses Unterfangen über glühender Kohle oder offenem Feuer von vorn herein zum Scheitern verurteilt ist.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Allenfalls alleinstehend darf frau es wagen, sich an den Grill zu begeben &#8211; den mitleidigen Blicken der männlichen Nachbarschaft ausgesetzt. Denn diese sind sich sicher, sie wird gegen das zweite wichtige Gesetz verstoßen und Gemüse auf den Rost legen &#8211; oder noch schlimmer gar: Tofu! Spätestens dann wird sich die entsetzte männliche Nachbarschaft noch entsetzter abwenden.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Das Vergnügen des Grillens ist &#8211; so scheint es zumindest &#8211; inzwischen in ein festes Schema gepresst. Es beginnt am Freitagabend gegen 22.00 Uhr und nach Missbrauch von mindestens drei bis vier Halben. Einer spontanen Eingebung folgend, die sich aus der Erinnerung an den Wetterbericht der Tagesschau kristallisiert, stößt der Mann den schicksalhaften Satz aus: &#8222;Morgen wird gegrillt!&#8220; </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Unter Verwendung von zwei weiteren Halben wird der Rahmen abgesteckt: Wer wird eingeladen? Was muss noch eingekauft werden? Anschließend geht mann ins Bett, um in eine geräuschvolle mentale Vorbereitungsphase überzugehen. Währenddessen schreibt frau noch schnell den Einkaufszettel oder kocht die Kartoffeln für den obligatorischen Salat.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Am nächsten Morgen beginnt der Tag um 9.00 Uhr. Frau ist seit einer Stunde einkaufen und der Mann begibt sich nach den rituellen drei K (Kaffee, Kippe, Kac&#8230;) auf die Terrasse, um diese für das abendliche Spektakulum herzurichten. Nach einer Stunde Fegen, Tischaufstellen und Stühlerücken darf auch der erste Halbe nicht fehlen. Schließlich hat mann sich das nach dieser anstrengenden Arbeit verdient. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Inzwischen ist es 11.00 Uhr. Die Frau ist zurück und er räumt den Einkauf aus dem Auto, was nicht mit einem Anflug von Ritterlichkeit oder Höflichkeit verwechselt werden darf. Nein! Im hintersten Winkel seines Hirns steckt die Erkenntnis, dass es ein verdammt mieser Abend werden könnte, wenn er seiner Frau nicht ein kleines bisschen zur Hand ginge. Und sofern die Frau nicht den Fehler gemacht hat, ausschließlich auf Hähnchenschnitzel und Putensteaks zurückzugreifen, dürfte es ein durchaus gelungener Abend werden.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Anschließend fährt mann zum Getränkemarkt. Eine Kiste Wasser, die Kombikiste mit Cola und Brause, vier Kisten Bier und zwei Säcke Grillkohle wandern auf den Einkaufswagen. Auf dem Weg zur Kasse wird kurz verhalten, um dann noch eine fünfte Kiste Bier einzuladen. Nicht dass der einzig Nüchterne Gast am Abend noch zur Tanke fahren muss, um teuer Nachschub zu holen. Schließlich ist der (meist die) sowieso schon gestraft genug, weil sie/er die ganze besoffene Bagage nach Hause bringen darf. Dazu gesellen sich noch ein Karton Prosecco für die Damen, die trinken dürfen, und mehrere Flaschen Kurze, denn das Verzehrte soll natürlich anständig verdaut werden.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Einem gelungenen Abend steht nun wirklich nichts mehr im Wege.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Gegen 16.00 Uhr, zu einer Zeit, zu der sich anständige Menschen am Kaffeetisch einfinden, beginnt der Griller mit den Vorbereitungen. Die erste Lore Kohlen landet in der Schale und wird entzündet. Bewaffnet mit einem Halben wird die Glutentwicklung fachmännisch beobachtet und begleitet. Gelegentliches Pusten oder Fächeln erweckt den Anschein, dass es sich um einen komplizierten und nicht von jedermann beherrschbaren Vorgang handelt.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Mit Erscheinen der Gäste gegen 18.00 Uhr wandert die erste Fuhre Grillgut auf den Rost: Nackensteaks, Bauchfleisch, Bratwurst und &#8211; wenn es sich denn nicht vermeiden lässt &#8211; auch ein Hähnchenschnitzel. Der Duft verbrannten Fetts zieht durch die Siedlung und löst das eine oder andere Spontan-Event in der Nachbarschaft aus.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Innerhalb kürzester Zeit werden in dieser Art Berge von Fleisch verarbeitet, zusammen mit Unmengen Kartoffelsalat verputzt, das Ganze noch mit mehreren Litern Bier abgelöscht und mit diversen Kurzen zur Verdauung gezwungen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Am Ende zeugen nur noch ein schwarz verkrusteter Grillrost und mäkelig beiseite geschobene Fettränder von der ehemaligen Existenz eines ganzes Schweins. Lautstark vernichten die männlichen Teilnehmer die restlichen Spirituosen, um dann sich gegenseitig auf die Schultern klopfend über den gelungenen Abend zu freuen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ist der letzte Gast gegangen, verschwindet die Frau in der Küche, um den Spüler einzuräumen. Der Mann nutzt die Zeit, um horizontal auf dem Sofa den Abend geräuschvoll mental nachzubereiten. Und im hintersten Winkel seines Hirns entsteht klein, aber nicht mehr wegzudenken, die spontane Eingebung, am nächsten Samstag zu grillen.</span></p>
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		<title>Kundenservice</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 03:59:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigung]]></category>
		<category><![CDATA[Kundenservice]]></category>
		<category><![CDATA[Telefon]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten hatte ich an dieser Stelle darüber berichtet, mit welchen Schwierigkeiten es verbunden sein kann, bei einer renommierten Telefongesellschaft einen Anschluss zu bekommen. Damals dachte ich, der Zenit des Kundenservices sei damit überschritten. Aber haben Sie schon mal versucht, so einen Vertrag wieder los zu werden? Genau das wollte ich letztens tun, da [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=61&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Vor einigen Monaten hatte ich an dieser Stelle darüber berichtet, mit welchen Schwierigkeiten es verbunden sein kann, bei einer renommierten Telefongesellschaft einen Anschluss zu bekommen. Damals dachte ich, der Zenit des Kundenservices sei damit überschritten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Aber haben Sie schon mal versucht, so einen Vertrag wieder los zu werden? Genau das wollte ich letztens tun, da ich aus meiner kleinen Wohnung aus- und bei meiner Lebensgefährtin eingezogen bin. Da sie bereits über einen Vertrag bei dieser Gesellschaft verfügt, sollte es doch möglich sein, den 24-Monate-Knebelvertrag vorzeitig aufzulösen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Frohen Mutes suchte ich den nächsten Service-Point auf, um mich nach den Möglichkeiten zu erkundigen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Aber natürlich geht das&#8220;, antwortete mir eine freundliche Mitarbeiterin lächelnd. &#8222;Wenn für die neue Wohnung schon ein Vertrag mit Mindestlaufzeit besteht, brauchen Sie nur noch die Kopie ihrer Meldebescheinigung oder eines Mietvertrages Ihrer Kündigung beizufügen.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Das hörte sich erstmal einfach an, obwohl ich nicht wusste, wie die &#8222;Mindestlaufzeit&#8220; eines Vertrages auszusehen hatte. Also sprach ich mit meiner Lebensgefährtin, die schon seit Jahren bei dieser Gesellschaft Kunde ist. Ihr Vertrag war älterer Natur und eigentlich überteuert. Deshalb dachten wir an einen neuen Vertrag, so dass wir auf jeden Fall wieder die zwei Jahre Laufzeit hatten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Ein paar Tage später suchten wir gemeinsam den Service-Point auf. Der Abschluss eines neuen Vertrages war eine der leichtesten Übungen, die der junge Azubi zu bewältigen wusste. Okay, er hat uns die Mietkosten für das Endgerät verschwiegen, aber so etwas ist auch nur menschlich und verzeihlich. Als ich ihn im Anschluss fragte, ob er denn auch gleich die Kündigung meines Vertrages vornehmen könne, war es um seine Beflissenheit geschehen. &#8222;Tut mir leid&#8220;, sagte er. &#8222;Das müssen Sie selbst schriftlich veranlassen.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Zeitgleich versuchte ein anderer Kunde bei dem zweiten Verkäufer ein Endgerät abzugeben. &#8222;Tut mir leid&#8217;&#8220;, sagte der zweite Verkäufer. &#8222;Das müssen Sie selbst zurückschicken.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Aber das Gerät habe ich doch von Ihnen bekommen!&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Schon richtig. Aber ich darf es nicht wieder zurücknehmen. Das kann nur der Kundenservice.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Aber ich bin doch hier in einem Service-Point!&#8220;, beharrte der Kunde.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Richtig!&#8220;, antwortete der Verkäufer. &#8222;Dies ist ein Service-Point, aber nicht der Kundenservice.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Aha! Woraus zu schließen ist, dass ich in einem Service-Point keinen Service für Kunden erwarten darf. Oder sehe ich das jetzt falsch? Vielleicht ein wenig zu krass, denn immerhin dürfen sie einem dort noch etwas verkaufen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Am nächsten Tag bemühte ich meinen Rechner und setzte das Kündigungsschreiben auf: &#8222;An die Telefongesellschaft, Abt. Kundenservice &#8230;&#8220; Ein Lächeln konnte ich mir dabei nicht verkneifen, denn Kundenservice und diese Gesellschaft erschienen mir schon fast als Paradoxon. Doch ich war zuversichtlich. Also schilderte ich die Umstände meines Kündigungswunsches, fügte Kunden- und Anschlussnummer meiner Lebensgefährtin ein &#8211; nicht ohne zu erwähnen, dass wir gerade einen neuen Vertrag abgeschlossen hatten &#8211; und legte eine Meldebescheinigung in Kopie bei.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nach nicht mal einer Woche erhielt ich ein Standardschreiben &#8211; immerhin von Hand unterschrieben &#8211; dass mir die Voraussetzungen einer vorzeitigen Kündigung darlegte. Für eventuelle Rückfragen stünde mir die kostenlose Hotline zur Verfügung. Danke! Die kenne ich noch von damals &#8211; und gefallen hat&#8217;s mir ehrlich gesagt nicht.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nacheinander ging ich die einzelnen Voraussetzungen noch mal durch: Meldebescheinigung? Beigelegt! Kundennummer meiner Lebensgefährtin? Steht im Brief. Anschlussnummer? Steht auch drin. Mietvertrag? Das war&#8217;s! Wie sollte ich den auch beibringen. Die Wohnung ist Eigentum. Muss man neuerdings Eigentum mieten? Eigentlich nicht. Oder sollte ich der Einfachheit halber eine Urkundenfälschung begehen? Das kann auch nicht im Sinne der Telefongesellschaft sein. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Also setzte ich ein zweites Schreiben auf, bei dem ich mir schon Mühe geben musste, in freundlichen Worten noch einmal auf die Eigentumsverhältnisse der Wohnung hinzuweisen. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Und siehe: Nur zwei Tage später war mein Telefon bereits abgeschaltet. Das war zunächst aber nur dadurch zu bemerken, dass ich nicht mehr telefonieren konnte. Die Bestätigung der Kündigung ließ noch drei weitere Tage auf sich warten. Mit diesem Schreiben wurde mir dann auch erklärt, dass mich diese Form des Kundenservice nur 250,- € gekostet hat. Zumindest werden diese aber mit der letzten Rechnung abgebucht. Na, das ist doch ein Service!</span></p>
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		<title>Bei Gericht</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 11:02:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schliekau</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Anekdote]]></category>
		<category><![CDATA[Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Zeuge]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen im Berufsleben eines Polizeibeamten, vor Gericht als Zeuge geladen zu sein. Dabei beläuft sich die Gefühlsskala von genervt, weil ein übereifriger Winkeladvokat einem die Worte im Mund zu verdrehen sucht, bis hin zu belustigt, weil einer der Prozessbeteiligten etwas komisches von sich gegeben hat. Unvergessen und immer wieder [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mschliekau.wordpress.com&amp;blog=11886481&amp;post=59&amp;subd=mschliekau&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen im Berufsleben eines Polizeibeamten, vor Gericht als Zeuge geladen zu sein. Dabei beläuft sich die Gefühlsskala von genervt, weil ein übereifriger Winkeladvokat einem die Worte im Mund zu verdrehen sucht, bis hin zu belustigt, weil einer der Prozessbeteiligten etwas komisches von sich gegeben hat.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Unvergessen und immer wieder gern erzählt in unserer Region ist die Geschichte eines Burgdorfer Amtsrichters, der sich amüsiert die Lügengeschichte eines Angeklagten angehört hatte und sich dann an die Schulklasse im Zuschauerraum wandte, die zur Beobachtung eines Strafprozesses gekommen war.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Wisst ihr, Kinder&#8220;, fragte der Richter, &#8222;warum wir in diesem Gerichtssaal eine so schöne Holzbalkendecke haben?&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Die Kinder schüttelten den Kopf.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Ganz einfach&#8220;, sagte er mit einem süffisanten Lächeln. &#8222;Anhand der Krümmung der Holzbalken kann ich genau erkennen, wie sehr mich der Angeklagte angelogen hat.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Dann drehte er sich wieder zur Anklagebank und fuhr fort: &#8222;So! Und nun noch mal von vorn. Aber diesmal die Wahrheit, bitte!&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Anekdoten in dieser Art kursieren viele. Ich folge einer Ladung immer mit einer gewissen Spannung. Es könnte ja wieder eine neue Geschichte geschehen, die im Kollegenkreis erzählt wird. Und beim letzten Mal wurde ich nicht enttäuscht.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Es war diesmal allerdings nicht der Richter oder ein Anwalt, der mir ein Schmunzeln ins Gesicht trieb, sondern ein Zeuge. Dazu noch einer vom Vorprozess, der sich aufgrund einiger Anträge der Rechtsanwältin in die Länge gezogen hatte.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Nun warteten also mehrere Zeugen vor dem Gerichtssaal auf ihren Aufruf. Meine Kollegin und ich waren nicht gerade begeistert, denn es stand zu befürchten, dass wir möglicherweise länger als eine Stunde zu warten hatten. Und das für eine Strafverhandlung zu der wir als Zeugen selbst nicht viel beitragen konnten. Hatten wir doch lediglich einen kurzen Sachverhalt aufgenommen und den Beschuldigten transportiert.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Doch wir wurden dafür von einem der anderen entschädigt. Er war etwas heruntergekommen, die Kleidung schmuddelig, die Haare in einer Verfassung als hätte er sie vor einiger Zeit in Öl getaucht. Unter den Arm hatte er sich die Hannoversche Allgemeine geklemmt, die wohl ein wenig Bildung vortäuschen sollte. Ungeduldig schlappte die Gestalt nun vor dem Gerichtssaal auf und ab.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Mann!&#8220;, rief er ab und zu aus. &#8222;Wie lange dauert das denn noch? Ich hab Durst.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Und gleich darauf folgte die Erklärung seines Durstes, obwohl ihm offensichtlich niemand zuhörte: &#8222;Ich hab nämlich schon zwei Tassen Kaffee getrunken. Und mein Betreuer hat mir gesagt, dass ich zu jeder Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser trinken sollte. Das hab&#8217; ich vergessen.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Offensichtlich hatte er auch den Kaffee vergessen, denn aus seinem Mund roch es nach einem ganz anderen Getränk, welches kalt zu genießen ist. Oder hatte er einfach nur vergessen, sich die Zähne zu putzen? Egal. Beide Gedankengänge wollte ich nicht vertiefen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Plötzlich blieb er wie angewurzelt vor einem der anderen Zeugen stehen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Sag mal, dich kenn&#8217; ich doch irgendwo her?&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der andere Zeuge, der durch seine Dienstmarke unschwer als Polizeibeamter zu erkennen war, lächelte. &#8222;Na klar, ich hab dich doch schon ein paar Mal auf&#8217;m Raschplatz kontrolliert.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Ach so&#8220;, sagte die Gestalt. &#8222;Aber da bin ich ja jetzt nicht mehr so oft.&#8220; Sprach&#8217;s, drehte sich wieder um und setzte seine Warterunden fort. &#8222;Aber irgendwo her kenn&#8217; ich den&#8220;, murmelte er dabei.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Während er so auf und ab ging, fiel irgendwann mein Blick auf seine Hose, beziehungsweise auf den Reißverschluss, welcher weit geöffnet war. Als er wieder auf meiner Höhe war, sprach ich ihn leise an: &#8222;Eyh Meister, du musst mal deine Hose schließen.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">&#8222;Ich weiß&#8220;, sagte er. &#8222;Geht aber nicht. Der Reißverschluss ist mir heute morgen geplatzt. Und &#8216;ne andere Hose hab&#8217; ich derzeit nicht. Ich müsste mir wohl mal &#8216;ne neue kaufen. Aber bei nur Hundert Euro Taschengeld ist das so eine Sache.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Und nach einer kurzen Pause fuhr er fort: &#8222;Aber ist ja nicht so schlimm. Wo ein Toter liegt, kann ruhig mal das Fenster offen sein.&#8220;</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Meine Kollegin und ich sahen uns sprachlos an. Diesen Spruch kannten wir beide nicht. Aber wir haben noch den ganzen Nachmittag darüber gelacht.</span></p>
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